Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 8 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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63 Denkstein aufstellte ((. Sam. 7, \2). Große Volksversammlungen wurden hier abgehalten. Sauls Wahl zum Könige fand hier statt. Hier wohnte Gedalja, der chaldäische Statthalter. Bald nach Tisch machten wir, d. h. Inspektor S., ein Schüler seiner Anstalt, der.trotz seines christlichen Bekenntnisses den Vornamen Muhammed führt, und ich, uns zu Fuß auf den Weg. wir überschritten die durch das Syrische Waisenhaus gehende Wasserscheide, -auf deren einer Seite alle Wasser ins Tote, auf deren anderer Seite alle ins Mittelländische Meer fließen. Mir wandten uns dem Gebiet -des letzteren zu. Die Pflanzenwelt hatte sich (es war erst der 26. Februar) bereits prächtig entwickelt. Neben der am häufigsten vorkommenden Blume des heiligen Landes, der Anemone, war das duftige Alpenveilchen stark vertreten. Daneben bemerkten wir Kreuzblüter und wilde Ranken. Der Dornstrauch erinnerte uns an die Fabel Iothams «(Richter 9, 7 ff.)/ die dem Rhabarber ähnliche Banschpflanze, Atropa Mandragora, an die Dudaim, die Rüben auf dem Felde fand ((. Mose -30, (P. Der Genuß der Körner dieser Pflanze verwirrt die Sinne, dagegen sind die fleischigen Teile nicht schädlich. Die Frucht riecht ähnlich wie ein Apfel. Aber weder hier noch anderswo kann der Pflanzenwuchs die traurige Gestalt des heiligen Landes völlig verbergen. Palästina ist eine Leiche, deren Totenblässe auch unter der lieblichen Blumenhülle sichtbar bleibt. Gottes Fluch ruht immer noch auf diesem Lande. Der Allmächtige hat seine Drohung erfüllt und das Land mit dem Banne geschlagen (Mal. 6). Überall ist die Erde von den Felsen weggewaschen. Überall findet man Trümmer: Spuren menschlichen Fleißes, der doch keinen Bestand gehabt hat. Neben den Übervesten von Wohnhäusern liegt in der Regel eine verfallene Zisterne und ein Ort zur Bestattung der Toten. Auf der Wanderung durch die einsame Gegend nordöstlich vom Waisenhaus trafen wir mit einer Anzahl Eingeborener zusammen. Die Leute meldeten uns, daß das vor uns liegende Wadi Thanina unpassierbar sei. Nur zu bald mußten wir uns von der Richtigkeit ihrer Angabe überzeugen. Der Schnee der letzten Tage war schnell geschmolzen und hatte einen brausenden Strom erzeugt, der seine schmutzigen Wasser über Felsen und Geröll wälzte. Unser wackerer Muhammed zog zwar seine Stiefeln aus, um mir beim Übergang über den reißenden Fluß statt eines Reittiers zu dienen. Aber unsere Beratungen führten schließlich doch zu dem Ergebnis, daß es besser sei, diesseits des Wassers zu bleiben. Nach kurzer Wanderung war das am gleichen Wadi weiter abwärts liegende Dorf Lifta erreicht, welches vor Zeiten (Jos. (8, (5) Nephthoa genannt wurde, Hier entschädigte mich der Besuch eines muhammedanischen Dauses für die Einbuße, die ich durch die vereitelte Besteigung von Mizpa erlitten hatte. (Forts, folgt.) Mir jüdischer? KedrrLrre. Ls sind jetzt ungefähr zwei Jahrzehnte her, seitdem einer Jüdin aus Beirut außerhalb dieser Stadt bei einem furchtbaren Sturm ein Sohn, der erst wenige