Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 8 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Jahre alt war, abhanden kam. Der Knabe wurde von Beduinen aufgefunden und erzogen. Er unterschied sich von.diesen bald durch nichts mehr. Da kam dev Stamm, der ihn ausgenommen hatte, einmal in die Nähe von Damaskus undwurde hier von einem Israeliten besucht. Abends erzählte man sich am Lagerfeuer nach morgenländischem Brauch Wahrheit und Dichtung. Als jener jüdische Beduine ausgefordert wurde, seine Lebensgeschichte mitzuteilen, bekannte er: „Ich weiß nur, daß ich einst nicht bei diesem Stamme gewesen bin." Der jüdische Besucher wurde aufmerksam. Schließlich stellte es sich heraus, daß beide Stammesgenoffen waren. Die Sache kam zu den Ohren des Beiruter Rabbiners, und so erhielten auch die Eltern die beglückende Kunde, daß ihr tot geglaubter Sohn noch lebe. Nun machte sich die Mutter auf den weg nach Damaskus, um ihr Kind wiederzusehen und zurückzubringen. Ehe es zur Begegnung zwischen beiden kam, führte man dem jungen Beduinen mehrere andere Frauen vor. Aber in keiner wollte er seine Mutier erkennen. Endlich erschien die Israelitin aus Beiruts Jetzt rief er: „Ja, das ist siel" Eine innere Stimme sagte es ihm, daß er nunmehr die rechte erblicke, obwohl *8 Jahre vergangen waren, seitdem er diese Gestalt zuletzt gesehen hatte. Die Mutter überzeugte sich an einem Muttermal des Jünglings davon, daß dieser wirklich ihr Sohn war. Trotz der beiderseitigen. Freude wollte er zunächst nicht mit ihr gehen. Das Leben, welches er bis dahin geführt hatte, schien ihm köstlicher zu sein als jedes andere. Aber seine bisherigen Freunde, die Beduinen, wollten ihn, den Juden, jetzt nicht mehr in ihrer Mitte dulden. Ls brach eine schwere Zeit für ihn an. Endlich sah er sich genötigt,, seine Wohlthäter zu. verlassen. Besonders schmerzte ihn auch der Abschied von seinem Lieblingsxferd. In Beirut wurde der junge Mann mit Missionar Staiger bekannt, aus dessen Munde der Herausgeber der „D. E." bei seinem Aufenthalt in jener Stadt diese Geschichte vernahm. Er lernte nun, daß das höchste Glück nicht, wie er meinte, im Beduinenleben, sondern darin besteht, daß man an einen Gott und Vater im Fimmel glauben darf. Gegenwärtig befindet er sich in einer Erziehungsanstalt der schottischen Iudenmission. Airs Egypten. In diesem Frühjahr wurde in den Kalksteinfelsen des libyschen Gebirges westlich von Theben, unweit von Dar el Bari, genau auf demselben Fleck, wo Heinrich Brugsch im Jahre ^88* seinen berühmten Fund von Königsmumien machte, von dem Direktor der egyxtischen Altertümer - Abteilung, Grebaut, ein Massengrab der Hohenpriester des Göttermonarchen Amon entdeckt. Das Grabhat zwei Kammern, deren obere noch nicht eröffnet ist. In der unteren Kammer sind bereits 240 Sarkophage entdeckt, deren ältester bis zur elften Dynastie (2700 bis 2500 v. Ehr.) zurückdatiert. Ferner wurden im Grabe joo paxyrusrollen, etliche große Statuen des thebanischen Göttertrios Osiris, Isis und Nephthis, sowie eine großo Anzahl von Statuetten und Votivtafeln, alle unversehrt, vorgefunden. — Die Gerichte zu Alexalldrien verurteilten unlängst einen Mumienfabrikanten zu einer Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Der sehr geschickte, aber wenig gewissenhafte „Im dustrielle" hatte aus sorgsam präparierter Lselshaut Mumien angefertigt, welche unter dem wohlklingenden Namen: „Mumien der alten Könige von Egypten" in den Handel kamen. Alle Lselshäute, die aufgetrieben werden konnten, wurden zu Pharaonen verarbeitet, die chronologisch geordnet den Mumienmarkt überschwemmtem Als die Könige abgethan waren, warf sich der Geschäftsmann auf die Fabrikation von Hohenpriestern. _ Empfangsbescheinigung. p. K.-B. u. p. K.-pl. je 0,60. Frl. Bl.-Sp. 1,20. Sen. u.-w. 2,10. Akad.. Missionsv. Erl. 2,50. P. p. D.-H. u. P. w. D.-Pl. je 3. Fr. P. A.-St. 5,60. P. G. D.-St. 5. Frl. L. Cr. (S. H. I) 6. Frl. B. L.-R. (f d. *5. Juni *89*) 9,50. Edelweiß Görl. 15. Koll. i. Görl. 16. Frl. M. M. u. Missionsv.-Gerl, je 20. Koll. u. weitere Gaben aus Gerl. 28. Schles. v. v. Fr. Isr. 6j. Herzl. Dank! Herausgeber: Pastor VO. Becker, Breslau, Brüderstraße sF I. - preis des Jahrgangs (\2 Nummern): 60 Pfennig. Druck und Kommissionsverlag von Larl Dülfer, Breslau, ssalmstraße 5.