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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 8 (1891) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
8 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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6\ <Dvt der Geburt Jesu ebensowenig Nachweisen wie die Stätten seines Todes, seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt. Und das ist gut, da sonst dem Aberglauben, der hier leider ohnehin schon vielfach den wahren Glauben verdrängt, noch mehr Vorschub geleistet werden würde. Nachdem wir die marmorne Krippe gesehen hatten, an deren Stelle die Luk. 2, 7 erwähnte gestanden haben soll, durchwanderten wir die übrigen unterirdischen Rapellen. Unter den letzteren, .an denen sich das Schlinggewächs der Sage mächtig emporrankt, verdient die ganz aus Felsen gehauene mit dem Grabe des i. Z. ^20 in Bethlehem gestorbenen Kirchenlehrers Hieronymus am ehesten Beachtung. Die lateinische Bibelübersetzung dieses Gelehrten, die Vulgata, wird von der römischen Kirche dem Urtext gleichgestellt. Durch die an die Marienkirche angebaute Katharinenkirche gelangten wir wieder ins Freie. Draußen wurden wir alsbald von einer Menge Bethlehemitischer Händler umstürmt. Jeder suchte uns in seinen Laden zu ziehen und uns zum Ankauf von perlmutterwaaren und andern Sachen zu bewegen. Natürlich nahmen wir auch gerne einige Andenken von hier mit. Von dem Besuch der „Milchgrotte" und des im Osten der Stadt befindlichen „Ortes der Wirten" sahen wir ab und lenkten unsere Schritte -der neuen, schönen, evangelischen Kirche zu. Der deutsche Missionar, Hr. M., von Geburt ein Badenser, gab uns jede gewünschte Auskunft. Mit Ausnahme der Turmspitze war der Rohbau fertig. Das von Berlin bezogene Eisenwerk lag neben dem Gotteshaus. Sehr angenehm wäre es, wenn ein Platz neben der Kirche, in deren Erdgeschoß die -Missionarswohnung und die Schule liegen, als Spielplatz für die letztere erworben werden könnte. Doch soll derselbe ^200 Napoleons kosten. Die Schule hat 50 Knaben und ebenso viele Mädchen. Fast alle Kinder sind arabische Christen, die meisten derselben Söhne und Töchter der kleinen evangelischen Gemeinde. Mir freuten uns an der prächtigen Aussicht auf die benachbarten Höhen und ihre Meinstöcke, Öl-, Feigen-, Mandel- und Zohannisbrotbäume. Auch Thekoa, die Heimat -eines Propheten (Amos j), und die Berge von Hebron wurden in schöner Abendbeleuchtung sichtbar. Der liebe Landsmann und seine Gattin entließen uns nicht, bevor wir an ihrem Tische ein Erzeugnis des Bethlehemitischen Meinbaus versucht hatten. Mährend nun die meisten Teilnehmer an diesem Ausflug es vörzogen, sofort nach Jerusalem zurückzukehren, drängte es mich, auch dem zweiten Arbeitsplatz des Berliner Zerusalemsvereins, dem nahen, unter einem Olivenhain versteckten Dorfe Bet-Djala, einen kurzen Besuch zu machen. Trotz der vorgerückten Stunde konnte dieser Munsch in Erfüllung gehen, da mir der oben erwähnte Baumeister seine Begleitung anbot. So ritten wir selbander auf dem recht schlechten Mege dahin, auf dem uns manche Eingeborene, auch Zöglinge einer römischkatholischen Anstalt in Bethlehem begegneten. Der Abend brach schnell herein. Als wir drüben ankamen, mußte man in den Däusern schon Licht anzünden. An der Spitze der jetzt 25 Familien zählenden, seit \o Zähren bestehenden evangelischen Gemeinde von Bet-Djala steht ein arabischer Christ,

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