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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 8 (1891) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
8 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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58 Gebäude in dem jenseits des Berges liegenden armseligen Dorfe Bethanien das Haus des Lazarus sei (Ioh. \\). wandert man von Gethsemane aus im Kidronthal südwärts, so kommt man an den sog. Gräbern Absaloms, Josaphats, Jakobi und Sacharias vorüber in das Dorf Siloah. Hier befindet sich eine der zahlreichen jüdischen Ansiedlungen, welche fast die ganze Stadt umgeben. Unter der Führung von Missionar I. konnte ich am 25. Februar tiefe Blicke in die leibliche und geistliche Not der Bewohner thun, die aus Jemen in Arabien stammen. Einige Zeit verweilten wir in der Behausung eines alten Rabbiners. Viele Kranke begehrten die Hilfe des arzeneikundigen Predigers. Zn einem Hause fand die Klage um ein verstorbenes und bald nach dem Ableben beerdigtes Mädchen statt. Von der Siloahquelle, bei welcher wir uns der Heilung eines Blindgeborenen (Ioh. 9, 7) erinnern, führt ein weg durchs Thal Hinnom in westlicher Richtung unterhalb der Stadtmauer hin. wie im Kidronthal, sieht man auch hier viele in Felsen gehauene Gräber. Zur Rechten liegt „Nebi Daud", das angebliche Grab Davids mit dem Raum, in welchem der Heiland das h. Abendmahl eingesetzt haben soll. Einmal schritt ich, wieder in Begleitung eines Missionspredigers, an diesem Gebäude vorbei dem ebenso wie dasselbe vor dem Zionsthor liegenden protestantischen Gottesacker zu. Hier fand ich neben den Ruhestätten berühmter Männer, wie der Bischöfe Alexander, Gobat und Barclay, des Predigers Nikolayson u. a., auch diejenige eines lieben schwedischen Freundes, der nach kurzer Wirksamkeit im irdischen Jerusalem dieses mit dem himmlischen vertauschen durfte. Auch der Gobat'schen Erziehungsanstalt, deren Hauseltern Elsässer sind, wurde ein Besuch abgestattet. Biegen wir jetzt nach Norden ab, so bleiben links das große jüdische Armenhaus Montefiores, die Kolonie der deutschen Templer und hinter derselben in der Ebene Rephaim das Aussätzigenasyl der Brüdergemeine liegen. Das letztere, „Iesushilfe" genannt, zählt im Durchschnitt 20 Insassen. Der Hausvater Müller rüstete sich zu meiner Zeit auf den Abgang. Er war hier sieben Jahre lang thätig. An manchen Kranken, die ich sah, hatte der Aussatz eine verheerende Kraft ausgeübt, z. B. den einen des Augenlichtes vollständig beraubt. Liner war ein ehemaliger Einsiedler von der Insel Kreta. Alle bezeugten große Freude über die biblischen Bilder, mit denen ich sie beschenkte. Am Sultansteich vorbei erreichen wir nach kurzem Marsch das Iaffathor, vor welchem sich nach Nordwesten hin die größte Vorstadt Jerusalems ausdehnt. Hier befinden sich an der Iaffastraße das deutsche Konsulat, die deutsche Mädchenerziehungsanstalt Talitha Kumi, ein neues muhammedanisches Krankenhaus, hinter demselben das große Syrische Waisenhaus, dann näher der Stadt die Mädchenschule der Londoner Iudenmission, das neue Rothschild'sche Hospital, das Haus „Tabor", die Wohnung des bekannten württembergischen Baurats Schick, das Kinderhospital des Dr. Sandretzky, die deutsche Schule mit ihren 30 (darunter 5 jüd.) Kindern, die arabische protestantische Kirche und der

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