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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 6 (1891) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
6 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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$6 Stadt die Zerstreuung ihrer Bewohner. Und weil sich die Zerstreuten immer noch der Wahrheit verschlossen, so wurden sie immer wieder von neuen Gerichten betroffen. Auch bei den nach Jerusalem Zurückgekehrten hörten die Strafen nicht auf. Von meiner hohen warte sahich auch hinüber nach Südwesten. Naht nicht dort von Gaza her ein festlicher Zug? wieder wogen Jubelklänge himmelan. Unter der Volksmenge wandelt eine jugendliche Gestalt: ihr gilt die stürmische Begrüßung. Wer ist dieser Jüngling? Sabbathai Zebi nennen sie ihn, als den nun endlich gekommenen, heißersehnten Messias verehren sieihn. Ach, die armen, verblendeten Kinder Jerusalems haben diese- Verehrung bald darauf nicht nur. mit einer Geldsumme büßen müssen, welche die türkische Regierung ihnen zur Strafe für die bei dem Einzug jenes Messias vorgekommenen Ruhestörungen auferlegte: noch viel mehr mit der furchtbaren Enttäuschung, welche dieser selbst ihnen bereitete. Den Abenteurer und Betrüger trieb die Furcht für sein Leben in das Lager Muhammeds! Und doch läßt man sich durch solche Erfahrungen nicht weise machen und. verfällt immer wieder in neue Irrtümer. Aber auch die Völker, welche den größten Gesandten Gottes annahmen, haben sich demselben nicht immer wirklich unterworfen. Dort im Westen, jenseits der Stadt, erhebt sich die Gottfriedshöhe. Über sie führte mich der wagen von Jaffa hierher. Von jenem Hügel aus eroberten die Teilnehmer am ersten Kreuzzug die hl. Stadt. Sie wähnten, daß ein solcher Krieg dem Willen Gottes gemäß sei, während doch die hl. Schrift uns nicht die Stahlklinge in die Hand, sondern das Schwert des Wortes Gottes in den Mund giebt. Darum blieben diese abtrünnig gewordenen Christen nicht straflos, wie überhaupt der Islam eine Zuchtrute für die entartete Christenheit war, so zeigte sich auch in dem endlichen Siege desselben über die Kreuzfahrer ein Gottesgericht an denen, die des wahren Gotteswortes vergessen hatten. Line Verheißung für die wirkliche Eroberung Jerusalems und des hl. Landes hat nur dies Wort. Gottlob, daß sich dasselbe in unserm Jahrhundert verschiedener Plätze bemächtigt hat, 'von denen aus es seinen Siegesgang antreten kann! Auf ebenjener Gottfriedshöhe liegen evangelische Anstalten uud auch dort zur Rechten bei den sog. Gräbern der Könige wie zur Linken in der Ebene Rephaim, sowie in der innern Stadt erheben sich Gebäude, in denen nicht nur Gesunde und Kranke, sondern die Wahrheit und Liebe des echten, alten Christentums gepflegt werden. Ja, auch drei ev. Gotteshäuser besitzt das Jerusalem unserer Tage: dort draußen vor dem Jaffathor ein arabisches, hier auf dem Berge Zion unweit der alten Davidsburg ein englisches und vor uns bei den Kuppeln der Grabeskirche, zwischen den Klostermauern des Muristan ein deutsches. Gott helfe weiter! Zn Jesaia 57, 14. -Mer ist der Pilger, der einsam wallt Abseits auf rauhem, steinigem Pfad? Er hat. kein Lied, das zum Fimmel schallt, Kein Öl im Kruge, kein Mehl im Kad.

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