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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 5 (1891) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
5 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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38 Wissenschaften v. 3. s885. Mich fesselte u. a. die Grabschrift Judas, des Sohnes von Rabbi Carphon (Tryphon). Nach Cisch hatte der Baron die Güte, mir und einem andern Pilger, einem englischen Raufmann, die Stadt und ihre Umgebung zu zeigen. Wir fuhren zunächst in das französische Hospital und genossen vom Dach desselben eine entzückende Aussicht auf das weite blaue Meer, auf die Berge Judas und Ephraims und die an fruchtbeladenen Grangenbäumen überreichen 500 Gärten von Jaffa. In der Nähe dieses Rrankenhauses soll das Haus Simons, des Gerbers, gestanden haben, in welchem der Apostel Petrus Herberge fand (Ap.-G. 9, ^3). Die Weiterfahrt auf den zwischen hohen Raktushecken hinführenden, stellenweise recht holperigen Wegen brachte uns auf das Landgut des russischen Archimandriten von Jerusalem. Auch hier hielten wir vom Dach des Dauses Umschau. Außerdem wurde der tiefe Brunnen neben dem Hauptgebäude und der schöne Garten mit seinen blühenden Mandelbäumen, seinen in Fels gehauenen Gräbern und seinem noch im Bau begriffenen Turm besichtigt. Wie dieser Turm zu Ehren der Tabea (Ap.-G. 9, 36 ff.) errichtet wird, so feiert man an dieser Stätte alljährlich am dritten Sonntag nach Gstern ein Fest zu ihrem Gedächtnis. Die größte Ehre würde es für jene Iüngerin Jesu sein, wenn jeder Christ sich ihren frommen, liebenden Sinn zu eigen machen wollte. Der zu neuer Arbeit an den Unglücklichen weckende Ruf: „Tabea, stehe auf!" geht die gesammte Rirche, vornämlich aber die des echten Evangeliums an. Möge es nie an solchen fehlen, die diesem Befehle freudig Nachkommen und so zu der uns verordneten Lösung der brennendsten Fragen der Gegenwart helfen! Nachher durchfuhren wir die aus schmucken Däusern bestehende deutsche Rolonie Sarona und sahen den Platz, auf welchem Napoleon Bonaparte ^?99 sein Lager aufschlug. Die überall blühenden roten Anemonen und weißem: Lilien bewogen uns einmal den Wagen zu verlassen. Der hier fließende Nähr - el - Audsche bildete einst die Grenze zwischen den Stammesgebieten von Dan (im Süden) und Ephraim (im Norden). Auf der Rückfahrt kamen wir durch ein arabisches Dorf, dessen Hütten keineswegs einladend aussahen, und berührten auch eine jüdische Ansiedlung in der Nähe der Stadt. Unser gütiger Führer glaubte für uns noch nicht genug gethan zu haben. Nach kurzem Aufenthalt traten wir am späten Nachmittag, jetzt von einem Dreigespann gezogen, noch einmal eine Ausfahrt an. Wir fuhren an dem vor 2 Jahrzehnten von der Israelit. Allianz gegründeten Waisenhaus vorbei und befanden uns bald auf der Straße, die nach Gaza führt. Zwischen dieser und derjenigen, die Jaffa mit Jerusalem verbindet, liegt eine von den jüdischen Rolonieen des h. Landes: Rischon-le-Zijjon. Sie bildete diesmal unser Reiseziel. An Grt und Stelle angekommen, durchwanderten wir die Ansiedlung und sprachen mit einigen ihrer Bewohner. Leider hörte ich, daß diese mit einem Teil der ihnen zufließenden Gelder Eingeborene anstellen und für sich arbeiten lassen, um selber mehr oder weniger müßig zu gehen. Bestätigt wurde diese Anklage dadurch, daß wir später ganze Züge

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