Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 5 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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37 Adam, der Stammvater der erlösten Menschheit werden sollte. Lin wunderschöner Frühlingsmorgen begrüßte die Pilger, die zum teil aus weiter Ferne gekommen waren, um dies Land zu sehen, welches trotz des auf ihm lastenden Bannes (Mal. % 6) immer noch als ein großartiges Denkmal unvergleichlicher Gottesthaten dasteht. Bald nahten die Barken, welche uns vom Dampfer in den Isafen brachten. Das Meer war fast spiegelglatt. Man konnte es sich kaum denken, daß die Landung manchmal gefährlich, ja, geradezu unmöglich ist. So wurden hier z. B. die Reisepläne unseres Prinzen Heinrich und seiner Gemahlin im Frühjahr (890 mehrfach durchkreuzt. Und drei Tage nach meiner Ankunft ging ein russisches Dampfschiff an diesen Felsen, die uns so freundlich einließen, zu Grunde, und mehrere Personen verloren dabei das Leben. Der erste, der mir am Ufer entgegentrat, war der arabische Diener eines Reisegefährten. Derselbe hieß seinen Herrn, aber auch mich freundlich willkommen. Weniger angenehm war die Begegnung mit den türkischen Paß- und Zollbeamten. Das Gepäck wurde ziemlich gründlich untersucht. Dann wanderte ich durch die echt morgenländischen Straßen dem außerhalb der Stadt liegenden Hotel Jerusalem zu, dessen Besitzer ein Württemberger ist. Alle Gastzimmer dieses Dauses führen biblische Namen. Mir wurde Nr. die Naphtalistube, angewiesen. Da Naphthali im Segen Zakobs ((. Mose V, 2() als der „schöne Rede" gebende gerühmt wird, kann er jedem Prediger als Vorbild dienen. Vielleicht bestimmte diese Lrwägung den schriftkundigen und auch als Schriftsteller thätigen Wirt dazu, mich zu einem Bewohner des genannten Zimmers zu machen. Selbst dann, wenn eine fremde Stadt im schönsten Sonnenschein vor uns liegt, wie das mit Jaffa der Fall war, sehnt man sich nach einer weiteren Beleuchtung derselben. Man wünscht etliche der Menschen kennen zu lernen, die hier wohnen, um sich durch sie in das fremdartige Leben einweihen zu lassen. Wie vieles würde demjenigen Reisenden verborgen bleiben, der solche sachkundige Führung verschmähen wollte! Zch wurde in dieser Beziehung in Zaffa sehr begünstigt. Zn Breslau war mir ein Gruß an einen in Jaffa wirkenden Missionar aufgetragen worden. Dieser' Herr machte mich mit dem deutschen evang. Pfarrer aus Zerusalem bekannt, welcher auf der Durchreise nach Haifa hier weilte. Der letztere stellte mir mehrere hier lebende Deutsche vor und führte inich dann in die erst (890 eröffnete deutsche ev. Schule, in welcher wir eine Zeit lang am Unterricht teilnahmen. Pfarrer S. gab mir auch Gelegenheit, einen seit vielen Zähren hier ansässigen russischen Ldelmann kennen zu lernen. Ls gewährte mir viel Vergnügen, in des Barons prächtigem Garten unter Bananen, Tamarinden und andern merkwürdigen Bäumen zu lustwandeln, seine edlen Rosse, feieren Pelikan und Flamingo, sein Museum palästinensischer Altertümer in Augenschein zu nehmen. Viele Zuschriften seiner wertvollen Sammlung sind von Professor Luting bearbeitet worden. Man vergleiche die Sitzungsberichte der preußischen Akademie der