Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 4 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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30 schlecht und recht an das, was die Apostel von Christus sagen und setzen, wer nicht an Christus glauben will, der mag sehen, wie er ohne ihn auskommen kann. Ich und du können das nicht, wir brauchen jemand, der uns hebe und halte, weil wir leben, und der uns die Hand unter den Kopf lege, wenn wir sterben sollen. . Und das kann er überschwänglich nach dem, was von ihm geschrieben steht, und ich weiß keinen, von dem ichs lieber hätte. Reiner hat je so geliebt. Er ist eine heilige Gestalt, die dem armen Pilger wie ein Stern in der Nacht aufgeht und sein innerstes Bedürfnis, sein geheimstes- Ahnen und Wünschen erfüllt. Wir wollen an ihn glauben, Andres, und wenn auch niemand mehr an ihn glaubte." — Prof. I. T. Beck (ff ^878) schreibt: „Wer mag mit Fug und Recht sagen: das göttliche Wort tauge nicht ins Leben, und wo es mit seinen himmlischen Geboten unter den Menschen herrschend würdet müßte Arbeit und Ordnung Not leiden oder gar aufhören? Umgekehrt, in rechtschaffener Ordnung und in stillem Gottessegen würden die Menschen arbeiten, vom Sorgenschwarm würden die Kerzen gereinigt, die streitenden Lüste in den Gliedern würden gebändigt, die Däuser, befreit von jenen unerbittlichen Steuereintreibern, nämlich von dem Hoffartsgeist, von der Vergnügungssucht und Putzsucht und von andern Feinden des menschlichen Wohlstandes. Rein Müßiggänger würde sich selbst und andern zur Last fallen; kein Verschwender, sei er so reich als er wolle, würde das Recht zu haben glauben, eine Gabe Gottes zu verderben; kein Betrüger oder Dieb oder Geiziger würde an sich reißen, was ihm nicht gehört; es wäre kein reicher Mann, der alle Tage herrlich und in Freuden lebte, während .es an seinen Brüdern Blößen zu decken giebt, Junger zu stillen, Wunden und Schmerzen zu heilen, und die Verarmung würde nicht wie ein Rrebsschaden um sich fressen, weil die Wollüste und die Ungerechtigkeit aufhören würden, die wieder verzehren und noch mehr verzehren, als die Hand verdient." Diakonie und Iudenmifston. Bei der vorjährigen, in Barmen abgehaltenen Jahresfeier des rheinischwestfälischen Vereins für Israel erzählte Miss. Gottheil aus Stuttgart, es sei einst eine jüdische Jungfrau mit der Bitte um die h. Taufe zu ihm gekommen. Dieselbe, eine Tochter einer unweit von Köln wohnhaften jüd. Familie, war in Stuttgart in ein Geschäft eingetreten, um sich ihr eigen Brot zu verdienen, da sich noch sechs Geschwister zu Hause befanden. Als sie nach einiger Zeit erkrankte, hatte man sie ins Diakonissenhaus gebracht. Hier drängte sich ihr nun während ihrer Krankheit die Frage auf: „Wie .geht es doch zu, daß die Diakonissen mich, die Jüdin, so treu und aufmerksam bedienen?" Einmal faßtesie sich ein Herz und legte diese Frage einer Schwester-vor. Die letztere antwortete: „wir thun es nicht um Lohnes willen, sondern weil der HErr Jesus Christus sein heiliges Blut für uns vergossen hat und wir ihm gerne danken möchten." Die Jüdin genas und wollte nun selbst Diakonissin werden, zunächst aber getauft sein. Miss. G. unterrichtete und taufte sie mit Freudigkeit. Jetzt ist Mirjam schon 6 Jahre lang Diakonissin, unter 3oo Schwestern die erste aus Israel. Im Jahre \Q8ty wurde in der Nähe von Köln ein jüd. Arzt mit seiner Schwester in die christl. Kirche ausgenommen. Auch diese Jüdin trat in den Krankendienst ein. Desgleichen widmete sich eine im Mai *890 zu Speier getaufte Tochter Abrahams dem Diakonissenberuf, wie Pfarrer Scherer aus der dortigen.Diakonissenanstalt berichtet, fühlte dieselbe schon als Kind einen Zug zum Christentum. Sie besuchte