Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 4 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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28 Leben bis morgen verlängert wird, mich will taufen lassen auf den Namen dessen, welcher nur durch ein Wunder göttlicher Allmacht dem schon fast stille stehenden Kerzen neue Bewegung und den gebrochenen Augen den Anblick des Lichts wiederschenken kann." hierauf entfernte sich Joseph. Basilius aber faltete die erkalteten Hände und betete: „HLrr Jesu, der Du diesem elenden Leibe Leben und Gdem geschenkt und mir Kräfte gegeben hast, diesen Gdem so manches Jahr zu Deinem Dienst und zum werben der Menschenseelen für Dein heiliges Reich zu gebrauchen, schenke Du den sterbenden Gliedern noch auf etliche Stunden Leben und Gdem, damit die Seele dieses Mannes Deines Heils, o Du mein Gott, und Deiner Seligkeit teilhaftig werde." Als nun der Morgen gekommen war, befahl Basilius, man solle den Arzt rufen. Joseph wollte den Boten nicht glauben, da sie ihm sagten, ihr Herr lebe noch. Und obgleich die vieljährige Freundschaft, die er zu dem Mann getragen, ihn zuletzt bewog, mitzugehen, so that er dies doch nur in der Meinung, man wolle ihn durch den Anblick eines geliebten Toten zu rühren suchen. Da er aber ins Zimmer tritt, und Basilius noch lebend mit der gewohnten Freundlichkeit ihn begrüßt, da sinkt er neben dem Bett des Kranken auf seine Kniee und ruft: „Nun erkenne ich wahrlich, daß Dein Gott, Basilius, der wahre Gott, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Väter Trost und Hoffnung ist, denn nur Gr, der Gott der Götter, konnte dies Wunder schaffen, wohlan, ich thue, was ich gestern gelobte, ich gehe hin, daß ich mich taufen lasse auf den Namen Jesu mit meinem ganzen Hause." „Harre noch, mein Freund!" sagte Basilius, „ich selbst werde Dich taufen." Da fühlte Joseph den puls des Kranken und sagte: „Mein Herr, der Kräfte sind nur noch sehr wenige in Dir. Ls wird Dir unmöglich sein, vom Lager Dich zu erheben und etliche Worte zu reden." Basilius aber antwortete: „wir haben einen HLrrn, welcher das Nichts zum Sein gerufen und der Kreatur ihr Wesen gegeben hat. Lr, Jesus Lhristus, ist von Jugend auf meiner Schwachheit Stärke und mein großer Trost gewesen. Ihm ist es ein Leichtes, mir auch noch zu diesem Werke Kraft zu geben." hierauf geht Joseph, der Hebräer, sich und die Seinen zu diesem Werke zu bereiten. Da nun die Stunde der heiligen Handlung gekommen, siehe, da ist es Basilius, der vor dem Altar des HLrrn steht, Basilius, der vermeintlich schon verstorbene, welcher die versammelte Gemeinde der Christen zum Lobe Gottes und zu gemeinsamer Fürbitte aufruft, welcher dann den Juden und sein ganzes Haus auf den Namen des HLrrn Jesu tauft und ihnen allen noch das Brot der Gnade bricht, den heiligen Kelch ihnen reicht. Um dieser großen Sache willen hatten sich alle Hauptleute und vornehmsten der Stadt versammelt in dem Tempel Gottes. Ihnen allen bezeugte Basilius noch einmal, daß in keinem anderen Seligkeit sei und Heil, als in Jesu, und daß wir Ihm treu bleiben sollen im Glauben, in der Liebe, in Hoffnung und Geduld bis ans Ende. Da nun Basilius so das Amt des Wortes bis zur dritten Stunde des Nachmittags verwaltete, da wurde es, als würde sein Angesicht von der Kraft einer Freundlichkeit und Liebe bestrahlt, welche