Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 3 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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\9 sei ein Zeichen seiner inneren Kraft, wenn es trotzdem sich erhalten habe.) — Einem jüdischen Besucher, der nur auf die Sicherung seines äußeren Fortkommens bedacht war, rief B. Matth. 6, 33 zu. Hierauf überreichte er ihm ein Neues Testament und ließ ihn Matth. \ lesen. Bei X>. 23 fragte der Mann, ob das wirklich im Alten Testament stehe, und war überrascht, als ihm hier diese und andere Weissagungen gezeigt wurden. — Auf der Straße hörte er zwei Juden mit einander reden. An das von ihnen gebrauchte Wort „Gewinn" anknüpfend, fragte er sie, ob sie wüßten, wie man „Oläm habbä“, die zukünftige Welt, gewinnen könne. Auf die Antwort des einen: „Wir müssen gut sein —", erwiderte er: „Das ist gerade so, wie wenn ein Armer auf die Frage, was er thun müsse, um reich zu werden, antworten würde: „Ich muß reich sein." Wir können aus uns selbst nicht gut sein, da wir böse sind (b Mose 8, 2^). Aber wenn der Gottlose sich bekehrt, soll er leben (Hes. 33, \$), Und Sacharia sagt: „Ich will ausgießen den Geist der Gnaden und des Gebetes. Denn sie werden mich ansehen, welchen jene zerstochen haben" (^2, \0). Ihr müßt gläubig auf Christum blicken, wie Eure Väter die eherne Schlange ansahen." Mit freundlichem Händedruck verabschiedeten sich die beiden Männer. — „Moralität ist die einzige Religion. Lines Mittlers bedarf man nicht." So urteilte ein Jude, der wie viele andere nur noch den Namen eines solchen führte. Ihm wurde vorgehalten, wie nur die Bibel wahre Sittlichkeit lehre (Röm. \), und wie seine Vorfahren Mose als Mittler gebraucht haben (2. Mose 20, $). — Auf einer Bank in 'den öffentlichen Anlagen saßen drei junge Leute und sprachen über die Lotterie. Liner sagte, er spiele nicht in derselben. B. nahm für ihn Partei und sprach gegen jenen Gelderwerb. Die beiden andern behaupteten, sie könnten ohne die Lotterie nicht genug verdienen. Da berief sich der Missionar auf Matth. 6, 33. Jesus habe gelehrt zu beten: „Unser täglich Brot gieb uns heute!" Auch der vorhergehende Teil des Gebetes des HLrrn wurde angeführt und gezeigt, wie man die nötigen Dinge erlangen könne. Die weiteren Belehrungen über die Wahr- ' heiten des Christentums bewogen die jungen Israeliten, zwei Pelzhändler und einen Schuhmacher, B. eine Strecke weit zu begleiten. — Mit einem Kleiderhändler redete der Prediger über die Kleider des Heils, die der Messias uns erworben und bereitet habe. Sehr oft fanden solche Gespräche am Sonnabend auf dem Hamburger wall statt, wo die Juden gerne lustwandelten. An diesem Tage ging B. manchmal stundenlang mit ihnen auf und ab, um sie auf den Weg des Lebens zu führen. Einmal nahm er die Verschiedenheit des wöchentlichen Ruhetages bei Juden und Christen zum Ausgangspunkt für eine Unterredung, in deren Verlauf er Gelegenheit hatte, die gewöhnlichen Einwände gegen das Christentum zu widerlegen, und seinen Zuhörern schließlich das Geständniß abnötigte, sie seien nicht gelehrt genug, um seine Fragen zu beantworten. — Eine Anzahl Knaben fragte er nach dem in der Synagoge gelesenen Abschnitt. Sie konnten ihm keine Auskunft geben und blieben auch die Antwort auf die weitere Frage schuldig: „Wer ist der, von dem Iesaia