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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 3 (1891) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
3 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Uebergiinge. Der am Januar \863 entschlafene Missionsprediger F. w. Becker besaß die seltene Gabe, bei Gesprächen mit Israeliten von scheinbar fernliegenden Dingen leicht auf das Line Notwendige überleiten zu können. Die folgenden Beispiele hierfür sind ohne Ausnahme seinem Tagebuch von J855 entnommen, in welchem Jahr er nach seiner Verbannung aus Rußland sich in Hamburg in ganz neue Verhältnisse einarbeiten mußte. An dem Palast eines jüdischen Kaufmanns vorüberschreitend, fragte B. einen neben ihm gehenden Israeliten: „Denken Sie, daß der Besitzer dieses Dauses gerne nach Palästina ziehen würde, falls die Juden dorthin zurückkehren sollten?" Es traf sich, daß der Angeredete, ebenfalls ein Kaufmann, früher in demselben Hause angestellt gewesen war. Lr ließ sich freundlich in eine Unterredung ziehen. „Lhe die Rückkehr nach Palästina erfolgen kann," meinte er, „muß sich vieles ändern." Da wies B. auf die Weissagung Hesek. 37 hin und sprach davon, daß seit 30—HO Jahren eine Bewegung der Totengebeine sichtbar geworden sei, z. B. in der Einführung neuer Gottesdienstformen. Jener billigte als ein Altgläubiger die letzteren nicht. B. äußerte seine Freude darüber, daß sein neuer Bekannter am Glauben festhalte. Lr habe kürzlich mit einem Juden geredet, der an eine Offenbarung und Auferstehung nicht glaube. Lr habe die letztere aus Daniel und der geweiffagten Auferstehung des Messias bewiesen. Ls sei traurig, daß die Juden diesen Gegenstand nicht erforschen. Mit einer Einladung in sein Haus beendete der Missionar das Gespräch. — „Haben Sie das Neue Testament?" erkundigte sich B. bei einem jüdischen Bücherhändler. Als dieser eine vollständige Bibel vorzeigte, fragte er ihn weiter, ob er den zweiten Teil derselben gelesen habe. Der Israelit antwortete: „Ja, die Offenbarung (Ioh.)." B. bezeichnete nun Daniel und Hesekiel als Schlüffe! zum Verständnis des letzten neutestamentlichen Buches. Dann lenkte er die Aufmerksamkeit seines Zuhörers auf die von der Offenbarung gegebene Beschreibung des neuen Jerusalem, um sich damit den weg zur Darlegung der Bedeutung des Messias zu bahnen. Nach Ies. 33 zeichnete er den Heiland als den, auf welchen Gott unser aller Sünde gelegt habe, damit wir der Vergebung teilhaftig werden könnten. „Aber ich werde wiederum Sünde haben," wandte der Jude ein. Die Antwort lautete: „In dem HLrrn habe ich Gerechtigkeit und Stärke" (Ies. H5, 2H). — Besondere Freude machte es dem unermüdlichen Arbeiter, wenn er polnischen Juden in den Straßen Hamburgs begegnete. Einmal begrüßte er einen solchen und erzählte ihm, wie lange er in Polen gelebt habe. Viele Israeliten hätten dort den Glauben an den Talmud aufgegeben und den Messias angenommen. Daß die Weissagungen der Propheten in Jesu erfüllt worden seien, sehe man an den glücklichen Zuständen, welche die Völker der Erde durch ihn erlangen. (Einem andern Polen, der die Ausbreitung des Lhristentums dem Schutz der römischen Kaiser zuschrieb, zeigte er, wie es zuerst 300 Jahre lang verfolgt wurde. Ls

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