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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 2 (1891) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
2 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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15 der frühere Kaiser von Brasilien, übersetzte „Tausend und eine Nacht" aus dem Arabischen ins Portugiesische. Der in Paris weilende Scheih Abu Vaddar beglückwünschte ihn zu dieser Leistung. „ Dom Pedro wird auch als ausgezeichneter Kenner des hebräischen gerühmt. — Über den Wert der im Grient entdeckten Inschriften für die richtige Beurteilung des Alten Testamentes äußerte sich bei der öffentlichen Sitzung der evang.-theol. Fakultät zu Paris am 3. November *890 Herr Phil. Berger. Nach „£,6 Christianisme“ sprach er zuerst von der Reilinschrift des Tyrus, nach welcher derselbe gewisse Völker in ihre Heimat zurücksandte. Eine semitische Inschrift zeigt, daß der im „Prediger" vorkommende Ausdruck „unter der Sonne" auch andern Semiten außer den Israeliten bekannt war und nicht auf griechische Einflüsse zurückzuführen ist. Desgleichen findet sich schon früh bei andern semitischen Völkern ein tiefes Sündengefühl. Ls ist daher nicht notwendig, die Abfassung von Psalmen, in denen dies Gefühl zu kräftiger Bezeugung kommt, in die Zeit der Makkabäer zu verlegen. Die Säule Mtesas beweist, daß Prof. Reuß im Irrtum war, wenn er behauptete, die zehn Gebote hätten auf zwei Steintafeln von geringem Umfang nicht geschrieben werden können. Die Siloahinschrift, welche über den Wasserbehälter an der Siloahquelle berichtet, erklärt Jes. 8, 6 und bestimmt die Abfassungszeit dieser Stelle, während die neuere Bibelkritik im allgemeinen für die Entstehung der prophetischen Bücher eine spätere Zeit ansetzt, verlegen die Inschriften sie durchweg in eine frühere. — In Rom erhielt der jüdische Senator Massarini die Ernennung zum Ehrenmitglied der Akademie S. Lucca. Er ist der erste Jude, dem diese Auszeichnung zu teil wurde. Dafür, daß auch hier das Gegenteil von wohlwollender Behandlung der Juden nicht fehle, sorgt der päpstliche „Osservatore Romano". — von Lm. Preis u. Ro. in Jerusalem wird in jüdisch-deutscher Svrache eine Zeitschrift für die inneren Angelegenheiten des heiligen Landes herausgegeben: „Das neue jüdische Volksblatt". KLetne MWorrszettrmg I. Die Mitglieder des Erfurter Vereins von Freunden Israels (vgl. „D. E." *890, S. 79) beschlossen, sich zweimal wöchentlich zu versammeln, um \. das Alte Testament mit einander zu lesen und 2. sich über die Arbeit der evangelischen Rirche unter Israel zu belehren. Auch die nachbiblische jüdische Litteratur soll berücksichtigt werden. Der Gründer des Vereins, ein Privatbeamter, trägt die Liebe zum Alten Testament und zu Israel schon seit seinem *3. Jahr im Herzen. Auf die Iudenmission wurde er erst durch eine Schrift von Delitzsch aufmerksam gemacht, die ihm ein Kandidat der Theologie geliehen hatte. — Am 8. November taufte Diakonus Leib in Erfurt eine aus fünf Gliedern bestehende jüdische Bankiersfamilie. Nach der Taufe feierten die Eltern und die beiden ältesten.Kinder das heilige Abendmahl. Jüdischerseits hatte man vergeblich versucht, den Übertritt zu verhindern. — Der rheinisch - westfälische Verein für Israel verband mit seinem letzten Iahresfest, welches am 5. August ^890 zu Barmen stattfand, eine Konferenz von Berufsarbeitern und Freunden der Iudenmission. Im Anschluß an einen Vortrag von Missionar Bernstein aus Frankfurt a. M. verhandelte man über „Zweck und Ziel der ev. Iudenmissionsgefellfchaften und ihre Stellung zu einander." — Das christliche Asyl für israelitische Mädchen in Petersburg steht gegenwärtig im 27. Jahr seiner Wirksamkeit. Hausmutter ift. feit dem August I889 Frl. Amalie hölz. Liebesgaben, deren die Anstalt sehr bedarf, sind an Herrn Jenttner in Petersburg, Katharinenkanal \o, ü)u. 9, zu senden. — Am \5. Mai v. I. wurde in Kischinew der Grundstein der neuen judenchristlichen Synagoge gelegt und in denselben eine hebräische Urkunde eingemauert. Auf der letzteren las man hebr. 5, 4, Ps. jus, 22 und Sach. 6, sowie die Angabe, daß „der erste Stein dieses dem Namen des HLrrn Jesu, des Messias, der ewig über das Haus Jakob regieren wird, geweihten Hauses von einem Juden, Joseph Ben David Rabinowitsch, gelegt" wurde. Der mit Unterstützung englischer und schottischer Freunde errichtete Bau soll zugleich das Gedächtnis des Dr. Somerville aufrecht erhalten, der x 888 Kischinew und Rabinowitsch besuchte. — Durch die Mildmaymission wurden in Rußland binnen drei Jahren 50 000, in den ersten drei Monaten des vorigen Jahres 000 Neue Testamente verbreitet. — Der französische

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