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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 2 (1891) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
2 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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\0 nisse der Weit: sie giebt uns auch den Schlüssel zur Lösung der Rätsel, von denen der Dichter redet, sie lehrt uns die Geheimschrift der Blumensprache entziffern. Wie die ganze Schöpfung, so sollen auch die Blumen von Gottes Wesen und Walten predigen, verwenden wir sie stets zu dem Zweck, den der Schöpfer ihnen gegeben hat! Lassen wir uns von ihnen erfreuen, aber auch erbauen! Ihre Farbenpracht, ihr süßer Duft halte die Erinnerung an jenen Garten wach, in welchem die Geschichte der Menschheit begann, und an den andern, in welchem der Wiederhersteller der letzteren begraben lag, aber auch auserstand. Warum sollten diese holden Boten der Güte des Schöpfers und der Gnade des Erlösers nicht auch im Gotteshause uns nahen dürfen? Ein Hörer Beechers in Brooklyn bei New - pork fand die Estrade, welche diesem berühmten Prediger als Ranzel diente, mit den verschiedensten Blumen geschmückt, deren Duft die Rirche erfüllte. Der Berichterstatter, der vortreffliche pariser Prediger Decoppet, meint, sie halfen dem Redner eine schöne predigt halten, sie begeisterten ihn und gaben ihm viele gute Gedanken ein. Lassen wir die Blumen an unfern Särgen und Grüften von dem zeugen, der die Auferstehung des verwesenden Saatkorns verbürgt (Ioh. \2, 2^), und seit dessen Auferstehung „ein Frühlingswehen zieht um jedes Totenbett!" Gewähren wir Armen und Rranken die reinen, edlen Freuden und die zu tiefem. Nachdenken anregenden Belehrungen der Blumen! Im Garten der Tuilerien zu Paris zeigte, wie ebenfalls Decoppet erzählt, ein Strauch die ersten weißen Frühlingsblumen. Lin kleiner Rnabe starrte sie wie verzaubert an. Man erriet leicht aus seiner bleichen Gesichtsfarbe und seiner dürftigen Rleidung, daß er den Winter gründlich kennen gelernt hatte und wußte, wie schwer er manche Menschen drückt. Nachdem er den Strauch eine Weile betrachtet hatte, sah er sich rechts und links um, ob ein Gärtner in der Nähe sei. Als er keinen bemerkte, betrat er den Rasen, lief auf die Blumen zu und nahm eine derselben zwischen seine Hände, nicht um sie abzupflücken, sondern um sie wieder und wieder zu küssen. Endlich entfloh er mit freudestrahlendem Gesicht. Wo aber der biblische Unterricht über die Blumen noch fehlt, da follteit wir suchen ihn zu vermitteln. Der Blumenspende oder dem Blumenbild (der Blumenkarte) werde ein Gotteswort als Begleiter mitgegeben. Solche Thätigkeit an andern wird um so mehr gesegnet werden, je mehr wir selber trachten, Blumen im Garten des Reiches Gottes zu sein. Darum bleibe es stets unser Gebet: „wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten: laß mich so, still und froh, Deine Strahlen: fassen und Dich wirken lassen!" Wieser Kropveld wurde am 8. Juni J(8^0 zu Roevorden in Drente (Holland) von jüdischen Eltern geboren. Der Vater starb, als der Rnabe kaum 3 Wochen alt war. Die Mutter, welche jetzt 7 eigene und Pflegekinder allein zu erziehen hatte, war eine strenggläubige Israelitin und hielt die

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