Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 2 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ern Monats blatt für Israeliten und Freunde Israels. Ur. 2. — 47. Jahrgang. — 1891. Inhalt: Die Bibel und die Blumen (Schluß). Llieser Aropveld. — Jüdische Chronik I. — Kleine Missionszeitung J. — Briefkasten.- Die Dibel und die Hlumen. (Schluß.) Sollte außer der Glaubenslehre auch die Sittenlehre Beiträge für die Behandlung unseres Themas liefern? „Wachset wie die Rosen, an den Bächlein gepflanzet! Blühet wie die Lilien und riechet wohl!" So lesen wir in dem apokryphischen Buch Sirach (39, \7> \8). Im Neuen Testament schließt der zweite Petribrief mit der Mahnung: „Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres L)errn und Heilandes Jesu Lhristi!" Auch Eph. I3. f., Kol. und 2, l9 wird wenigstens in diesem allgemein gehaltenen Ausdruck die Vorbildlichkeit der Pflanzenwelt für die Menschenwelt gelehrt. Manche sinnige Namen enthalten eine Aufforderung an ihre Träger, sich ihrer würdig zu erweisen, haben also eine ethische Bedeutung. von jener christlichen Magd, die wir Ap.-G. \2 kennen lernen, darf gerühmt werden, daß Name und Wesen bei ihr übereinstimmell. Es ist dunkle Nacht. Im Hause der Mutter des späteren Evangelisten Johannes Markus haben sich Anhänger des Erlösers zusammengefunden, um für den gefangenen Petrus zn beten, plötzlich unterbricht ein Klopfen am Thor die stille Leier dieses Hausgottesdienstes. Die Magd der Maria, Rhode oder Rosa ist ihr Name, eilt alsbald hinaus. Sie hat ihren christlichen Glauben und dessen Segnungen vielleicht ihrer Herrschaft zu verdanken, ist aber auch als Thristin eine rechte Dienerin geblieben. So gedenkt sie auch jetzt ihrer Pflicht. Als sie aber an der Stimme den Apostel erkennt, öffnet sie ihm in ihrem Freudentaumel nicht, sondern überbringt die Wundermär der kleinen Beterschar, die Erhörung gefunden hat. Dem Unglauben gegenüber besteht sie darauf, daß sie sich nicht getäuscht habe. Und bald rechtfertigt sie das Erscheinen Petri. Eine liebliche Rose im Garten der apostolischen Kirche ist diese fromme, treue Magd. Ihre Geschichte kann als erläuterndes Beispiel zu denjenigen Stücken der christlichen Haustafel angesehen werden, in welchen es sich um die Pflichten des dienenden Standes handelt. Lenau singt: „An Blumen freut sich mein Gemüte und ihren Rätseln lausch' ich gern, die uns so nah' mit Duft und Blüte und durch ihr Schweigen doch so fern." Die Bibel enthüllt die Geheim-