Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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7 ja, kommen wird die vorige Herrschaft, das Königreich, zur Tochter Jerusalem." Luther braucht also statt des allgemeinen Ausdrucks ^inen besonderen. Manche Verteidiger findet übrigens die schon von der alten griechischen Übersetzung begünstigte Auffassung des hier in Betracht kommenden hebr. Mortes: „Zu dir wird kommen" u. s. w., wobei man teilweise die (aus der Gefangenschaft zurückkehrende) Tochter Zion zum Satzgegenstand macht. — Aus dem Neuen Testament führen wir 2. Kor. 2, ff. an. Hier ist von dem Gerüche der Erkenntnis Christi die Rede, welchen Gott durch die Apostel verbreite. Unter denen, die verloren werden, sei derselbe ein Geruch des Todes zum Tode, unter denen, die selig werden, ein Geruch des Lebens zum Leben. Paulus geht an dieser Stelle, die eine parallele an einem Ausspruch der alten Rabbiner findet („das Gesetz hat einen Geruch des Lebens und des Todes") wahrscheinlich nicht von dem weihrauchduft bei römischen Triumphzügen, sondern von dem Opferduft aus, der z. B. Mose 8, 2{ erwähnt wird. Doch konnten seine Leser auch an den Blumenduft denken, der in Korinth so oft die heidnischen Religionsübungen begleitete. Jedenfalls lassen wir uns das Recht nicht bestreiten, Jesum als die „schönste Blume", als die „Blume aller Menschheit" zu preisen, wie Herder dies nach I. Val. Andrea thut (s. „D. <£." *890 , 5. Y. (Schluß folgt.) Aus Lübeck geht uns die Trauerkunde von dem am 6. Dezember v. I. erfolgten Ableben der Frau Konsul Elisabeth Mann, geb. Marty, zu. Die verstorbene war seit vielen Jahren eine eifrige Missionsfreundin und forderte namentlich auch die uns Christen obliegende Verkündigung des Evangeliums unter Israel. Erbaulich wie ihr Leben, war ihr Tod. Sie erkrankte an einer Lungenentzündung, welche bald die Kräfte der Achtzigjährigen verzehrte. Doch konnte sie noch wenige Tage vor ihrem Ende mit lauter Stimme das Glaubensbekenntnis und einen Vers aus dem Liede „O Haupt voll Blut und Wunden" sprechen. Und als der Todeskampf ausgekämpft war, entschlief sie sanft, wie wir gewiß sind, zu einem besseren Erwachen. Der HErr, dessen Diener sie so gerne unter -ihr gastliches Dach aufnahm, hat sie nun tn „die ewigen Hütten" ausgenommen. Möge dieser Glaube die Hinterbliebenen trösten! Möge das von der Heimgegangenen gegebene Beispiel noch lange segensreich wirken! Der Missionsverein von Pastor De iß in Lübeck, dessen Mitglied Frau Konsul Mann war, vereinnahmte im letzten Vereinsjahr außer vielen Kleidungsstücken und Lebensmitteln Mk. \685 für die Heiden-, Mk. 325 für die Iudenmission. Von der letzteren Summe wurden der Breslauer Mission Mk. 45 überwiesen. Der von dem ehrwürdigen Leiter erstattete Jahresbericht geht von Ioh. 7, 57—39 aus. „Das sind", so heißt es Anfang desselben, „gar gnadenvolle Worte aus dem Munde unseres Heilandes, in welchem die Freundlichkeit und Leutseligkeit Gottes in der Welt erschienen ist. Das ist wahrlich eine königliche Einladung: „wen da dürstet, der komme zu mir und trinke", wes Alters, Geschlechtes, Standes oder Volkes er fein mag. Wer sind denn die Dürstenden? Alle, alle Menschenseelen, sie mögen es wissen und eingestehen oder nicht. Mit der Sünde im Herzen und der Schuld auf dem Gewissen sehnt sich jeder Mensch nach Frieden und sucht den im Innern vorhandenen Durst der Seele zu stillen." Dann wird zuerst daran erinnert, wie dies in der Heidenwelt hervortritt, z. B. in Indien. Ein Vater wirft sein Kind in den Ganges, den heiligen Fluß, mit dem Rufe: „O Mutter Ganga, dies Kind ist dein, dir opfere ich es". Andere bringen sich selbst in dem Flusse zum Opfer dar. Indische Büßer schleppen sich mit zerfleischtem Leibe meilenweit zu einem Götzenbilde der heiligen Pilgerstadt Benares. Allen diesen beklagenswerten Hand-