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Dibre Emeth · 1891-01-01 · 1 (1891) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
47 (1891)
Issue
1 (1891)
Date
1891-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Lilien und den roten Feuerlilien die Tulpen, Anemonen, Ranunkeln, mehrere Irisarten, wie die Schwertlilien. Auch die Rose findet sich nicht nur in den apokryphischen Büchern des A. T., sondern in der Bibel selbst, in der ersten Hälfte der letzteren allerdings nur infolge einer kühnen Uebersetzung Luthers, in der zweiten Hälfte (dem XI. T.) nur in dem Mädchennamen Rhode — Rosa. Die Rose soll erst nach der Rückkehr der Juden aus Babel aus dem Innern Asiens nach Palästina verpflanzt worden sein. Nach Sirach 2\, \Q gedieh sie in Jericho besonders gut. Übrigens denken manche bei den an jener Stelle erwähnten Rosenstöcken an den Oleander, der heutzutage bei den Ruinen der alten Palmenstadt vorkommt. Die sog. Ierichorose (Lueliäiuni syriacum) hat keinerlei Verwandtschaft mit der eigentlichen Rose. Der Sage zufolge sproßte sie überall aus, wo die Füße der mit dem Jesuskinde fliehenden Maria den Boden berührten. Daher erhielt sie den Namen: Rose der heil. x Maria. Weil sich die Blütenästeim Wasser ausbreiten, heißt die Pflanze auch Auferstehungsblume (Anastatica). Endlich ist unter den Blumen der Bibel die Narzisse zu nennen. Sie dürfte mit dem hebräischen Worte Chabhazzeleth, welches Hoheslied 2, \ und Ies. 35, \ gebraucht wird, gemeint sein. Entweder handelt es sich um die, einen starken Duft verbreitende weiße Narzisse, welche in der Mitte einen goldenen, rot eingefaßten Kranz zeigt, oder um die süßlich riechende, mit hochgelber Nebenkrone versehene weißgelbe, die auch Tazette genannt wird. In der Saronebene findet sich diese Blume noch jetzt in großer Anzahl. In welcher Pracht müssen alle diese und unzählige andere Blumen im Garten Eden (J. Mose 2) dagestanden haben! Die Verwendung der Blumen ist nach der Bibel nicht so ausgedehnt wie bei uns. Als Jesus als der Messias Israels am Palmsonntag in Jerusalem einzieht, streuen ihm seine Anhänger zwar Palmen, aber nicht Blumen auf den Weg. Als er am Abend seines Todestages in das Felsengrab des Joseph von Arimathia, eines Mitgliedes des Synedriums, gelegt wird, bringt Nikodemus, ein Amtsgenosse Josephs, Myrrhen und Aloen herbei: Blumen dagegen suchen wir bei dieser Leichenfeier vergeblich, obwohl sich das Grab des Sünderheilands in einem Garten befand, wie einst die Sünde in einem Garten begonnen hatte. Auch jener gottesdienstliche Gebrauch der Blumen, der sich bei heidnischen Völkern des Altertums fand (vgl. Ap.-G. J3) und auch jetzt noch bei den Brahmanen und Buddhisten vorkommt, hat in der Religion der Bibel kein Seitenstück. Pflanzenopfer wurden allerdings von den Israeliten dargebracht: Körbe voll erster Früchte der Erde (5. Mose 26, 2 ff.). Am Passahfest opferte man die Erstlingsgarbe (3. Mose 23, JO f.), am Pfingstfest die Lrstlingsbrote (V. J7). Aber Blumenopfer gab es nicht, und selbst der Blumenschmuck, den wir heutzutage in christlichen wie jüdischen Gotteshäusern sehen können, fehlte den Heiligtümern der hl. Schrift. Nur in anderer weise sind die Blumen hier vertreten. Nach Köti. 6, 32 ließ Salomo an allen mit Zederntafeln be-

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