Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 47 (1891)
- Issue
- 1 (1891)
- Date
- 1891-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 es auch dann, wenn kein Mensch im Zimmer weilt, hier nicht ganz eintönig. Dafür sorgt der kleine Vogel am Lenster mit seinem Gezwitscher und das Hündchen, das so oft auf der Decke des Bettes liegt und seinen Herrn so gerne liebkost. Und wie diese Tiere, so reden auch die Blumen, die täglich und in besonders reicher Lulle an seinem letzten Geburtstag, am 23. Lebruar, dem Kranken gespendet werden, eine ihm verständliche Sprache. Der Bibelforscher, der selten ohne eine Blume im Hörsaal der Universität erschien, der Bewunderer und Lobredner der Blumen, forscht auch jetzt noch nach den Geheimnissen seiner Lieblinge. So entsteht ein Aufsatz über die gelbe Hyazinthe, jene Pflanze, die, menschlich angesehen, seinen Tod herbeigeführt hat. Sie veranlaßte ihn zu jener Reise nach Holland, bei welcher er sich verleiten ließ, in der Nordsee zu baden, und von welcher er die tödlich verlaufene Krankheit mit nach brause brachte. Die Bibel und die Blumen, die im Leben von Lranz Delitzsch innig mit einander verbunden waren, stehen auch in der Überschrift dieses Artikels nebeneinander. Ihre Zusammenstellung ist im Sinne der Lrage gemeint: Was sagt die Bibel selbst über die Blumen? — Nach dem Schöpfungsbericht \. Mose \ bildete Gott am dritten von den sechs Schöpfungstagen das Lestland. Aus diesem ließ er hervorgehen: das Grün der Gräser, das Samen erzeugende Kraut und die, eine Lrucht, in welcher ihr eigenartiger Same ist, hervorbringenden Lruchtbäume. Die erste von diesen drei Klassen scheint der 2%, des Linne'schen Systems, zu welcher die Krytogamen, z. B. Larnkräuter, Moose, Llechten und Pilze, gehören, einigermaßen zu entsprechen. Die beiden andern finden wir in den 23 Klassen der phanerogamen wieder, wie von dem großen Naturforscher, wird schon von der Bibel der Unterschied in der Art der Lortpflanzung der Gewächse zum Linteilungsgrund gemacht. Die Hauptsache bei den An-- gaben der Bibel ist natürlich nicht die naturwissenschaftliche, sondern die religiöse Belehrung. Gott soll uns als Schöpfer der die Erde schmückenden, das Leben der Tiere und der Menschen ermöglichenden Pflanzenwelt gezeigt werden. So sind denn auch die Blumen seine Geschöpfe. Seine Allmacht, Weisheit und Güte spiegelt sich in diesen lieblichsten Kindern des Pflanzenreichs, den vornehmsten, edelsten Teilen der Gewächse, denjenigen, welche im Kelch und in der Krone oder in der, aus einem oder mehreren Kreisen bestehenden Blumendecke die Werkzeuge der Lortpflanzung enthalten (Röm. 20). Ein Dichtermund, der jetzt schon geschlossen ist, bestimmte das wesen der Blumen so: „Blumen sind Sterne auf irdischer Llur." Von den Sternen sagte Karl Gerok: „Sterne sind Blumen am Himmelsazur." Bezüglich der Beschaffenheit des Pflanzenwuchses kennt die Bibel die verschiedensten Arten, wir verweilen bei solchen Gewächsen, von denen vorzugsweise Blumen gepflückt werden, und nennen zuerst die Lilie. Zhr hebräischer Name Sclraschan (von schesch 6) weist auf die 6 Blätter der Blumendecke hin. Gegenwärtig bezeichnen die Araber in Palästina mit demselben Wort verschiedene bunte Blumen, die der Lilie ähnlich sind: außer den selten vorkommenden weißen