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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 12 (1890) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
12 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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93 schwindlig war. Ich werde versuchen, alle, welche ernstlich und mutig uach der Wahrheit suchen, zu Ihnen zu bringen." Er sagte uns, daß <s längs der Rüste von Tripoli Orte mit einer beträchtlichen jüdischen Bevölkerung gebe, und daß er auf einer Geschäftsreise dorthin sein Neues Testament mitnehmen und den Juden vorlesen werde. Wenn wir ihm Bücher anvertrauen wollten, würde er sie verbreiten. Am 'dritten Abend kam er allein. Wir verlebten zusammen eine glückliche Stunde. Er Härte bei unserm Unterricht aufmerksam zu und schien Lief ergriffen. Nach einer Weile sagte er: „Als ich Ihre Traktate las, fand ich, daß fast alle Beweise aus dem Alten Testament genommen waren. Wie kommt es, daß die Juden dies alles beständig lesen und doch nicht verstehen?" Ich zeigte ihm Ies. 6 und den Schluß von 2. Ror. 3. Weiter fragte er: „Nun, wenn ich dies alles als wahr unnehme, was muß ich dann thun?" Ich erwiderte: „Wenn Sie wirklich glauben, wird das Nächste sein, daß Sie getauft werden!" Ehe er uns verließ, legte er das Neue Testament auf das Alte, drückte seine Hand fest auf beide und bekannte feierlich: „Ich glaube und nehme alles an, was hierin enthalten ist." Dann nahm er ein Messer, schnitt ein Stückchen Brot ab und aß es. Wenn jemand so von dem Brot eines anderen ißt, so verspricht er damit feierlich, nie etwas Unrechtes gegen denselben zu reden oder zu thun. Sonst würde dies Brot als die Gabe Gottes am Tage der Auferstehung sich wider ihn erheben. Er fragte noch, ob wir bald eine Gemeinde bilden würden. Er war entschlossen, Tripoli zu verlassen und an einem anderen Grt Mitglied einer christl. Gemeinde zu werden, wenn er gehindert werden sollte, dies hier zu thun. (The J. Intelligence 4390, x. 82/3.) Gin Denkmal für Kaiser Friedrich. (Schluß.) 6. Während des großen Raisermanövers bei Düsseldorf brachte am Abend des 20. September 188^ der Telegraph nach Kaiserswerth die freudenkunde, daß der Kronprinz am anderen Morgen von Schloß Benrath aus dem Gottesdienste in dem Diakonissenkirchlein beiwohnen wolle. Als er am 2\. September um 9V2 Uhr eintraf, sagte er mit freundlichem Händedruck: „Längst hat es, mich verlangt, meine Schuld abzutragen. Ich hab's nicht vergessen, daß ich nach meinem Besuche bei Ihren Diakonissen im Grient \86ty versprochen habe, auch das Kaiserswerther Mutterhaus zu besuchen." Ohne Aufenthalt ließ er sich dann in die Kirche führen, und aus Herzensgründe ertönte der Thoral: „Allein Gott in der Höh' sei Ehr' und Dank für seine Gnade." Die predigt wurde — die Reihenfolge der Texte brachte -esso mit sich — über Matth. 5, 9 gehalten: „Selig sind die friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen." Nach dem Gottesdienst nahm der Kronprinz in der Lehrhalle am Schwesterngarten ein Einfaches frühstück ein. Nor derselben standen zuerst die kranken Kinder, bann die Waisenmädchen, in weiterem Kreise Diakonissen und Anstaltsgenossen und sangen begeistert wieder das Hohenzollernlied:

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