Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 11 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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86 dortigen jüd. Ljandlungsreisenden zur Beschäftigung mit den christl. Lehren zu bewegen. Nachdem er die nötige Vorbereitung empfangen, trat er im Oratoire öffentlich zur ev. Kirche über. Auf seinen Reisen nimmt er jetzt regelmäßig am ev. Gottesdienste teil. H. Auch das gedruckte Gotteswort erweist sich oft als eine Kraft, die selig macht. Einem alten Juden in London wurde ein Neues Testament für \ Penny (= 8^/2 Pf.) angeboten. Er hatte den Umgang mit Missionaren stets gemieden, da er sie für-sehr schlechte Leute hielt, wollte aber doch gerne den Inhalt jenes Buches kennen lernen. Da nun der Preis sehr-gering war, kaufte er es. Beim Lesen ging es ihm wie vielen andern: die Schönheit und Wahrheit des Inhalts fesselte ihn. Er lernte Iesum lieben und als Israels Messias und seinen Erlöser ansehen. — Ein jüdischer Jüngling in einer kleinen Landstadt Galiziens empfing vom hebräischen Neuen Testament einen solchen Eindruck, daß er die Heimat verließ und nach Lemberg zu Miss. Rosenstrauch ging, um Christ zu werden. Nach seinen eigenen Worten hatte das Neue Test, in seinem Kerzen ein unaufhörlich brennendes Feuer der'Liebe zu seinem Erlöser angezündet. Auch ei,r Talmudlehrer wurde durch das Studium des von R. erhaltenen N^uen Testaments bewogen, um die Taufe zu bitten. Da diese Bitte in Lemberg nicht erfüllt werden konnte, entschloß er sich, ein protestantisches Land aufzusuchen, selbst wenn er teilweise zu Fuß gehen müßte. — Der Sohn eines russischen Oberrabbiners wanderte vor 9 Jahren mit seiner Frau nach Amerika aus. An einer Synagoge in Texas fand er eine Anstellung als Kantor. Der religiöse Zustand seiner Gemeinde und seine erschütterte Gesundheit nötigten ihn jedoch nach mehreren Jahren zur Rückkehr nach Europa. In Marienbad, wo er Genesung suchte, erkrankte er ernstlich. Da begann er das Neue Testament.zu lesen, welches er schon lange kannte, und wandte sich mit ganzer Seele dem LsErrn zu. Nach seiner Wiederherstellung, in welcher er eine Gebetserhörung sah, ging er nach Wien. Man Hot ihm eine Geldsumme, wenn er während der hohen Feiertage der Juden als Kantor fungieren wolle. Ein Christ im Kerzen, könnt«? er hierauf nicht eingehen, verband sich vielmehr mit \7 Gleichgesinnten, um mit ihnen am Versöhnungstage das Neue Testament zu lesen und zu beten. .Einer der Rabbiner hörte davon und ließ diese Zusammenkünfte durch die Polizei als unerlaubte verhindern. Nach allerlei Verfolgungen wurde das Ehepaar getauft. -— Fünf Juden, denen Miss. Island in Warschau Neue Testamente gegeben hatte, bekannten ihren Glauben an den Herrn Iesum. — Lin junger Jude in Foosani war mehrfach mit den Kolporteuren in Jassy und Galatz in Berührung gekommen und von ihnen mit christlichen Schriften, auch einem Neuen Testament, versehen worden. Jetzt hält er mit mehreren anderen jungen Leuten regelmäßige Versammlungen ab, um mit ihnen das Alte und Neue Testament zu lesen. In einem Brief an Miss. Mühlenbruch unterschrieb er sich: „Ihr Bruder in Jesu Christo." — In der Nähe von Jerusalem besitzen die etwa 800 Juden von Jemen 2 Niederlassungen, die oft von Miss. Jamal besucht werden. Liner der Vorsteher der