Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 11 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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87 Ansiedlung bei Siloah sagte eimnal zu dem letzteren, er habe das Christentum früher für eine Art Heidentum gehalten und daher keine Neigung verspürt, es näher zu prüfen. Durch die van dem Missionar früher angeführten Bibelstellen und die von ihm zurückgelassenen Traktate sei er aber zu der Überzeugung gebracht worden, daß Jesus von Nazareth der voraus verkündigte Messias sei. Fünf andere Jemeniten stimmten mit ihrem Vorsteher überein. Aber die Furcht vor dem Zorn der Rabbiner hielt diese Gläubigen vom öffentlichen Bekenntnis ab. 5. Verfolgungen haben die Nachfolger Christi oft von den nächsten Angehörigen zu erleiden. Als die Eltern eines Besuchers einer Abendschule der L. I. M. merkten, daß ihr Sohn christl. Bücher, besonders das Neue Testament gerne las, bemühten sie sich zuerst, ihm eine ungünstige Meinung vom Christentum beizubringen. Da dies nichts half, suchten sie ihn dem Einfluß der Missionare zu entziehen und schickten ihn nach Jerusalem, Hier wurde er ängstlich bewacht und durfte nie ohne Begleitung ausgehen. Um die verantwortliche Aufsicht über den Jüngling, die ihnen lästig wurde, nicht länger ausüben zu müssen, sandten die Jerusalemer Juden ihn nach London zurück. Miss. Schor traf hier einmal mit ihm zusammen, verlor aber bald völlig seine Spur. Vermutlich hat der Vater ihn wieder fortgeschickt, und zwar nach Rußland. Ls ist sehr zweifelhaft, ob alle diese Versuche ihn hindern werden, der christl. Kirche beizutreten. —- Lin Schüler von Miss. Friedmann in Safed konnte sich in dieser seiner Geburtsstadt nicht taufen lassen. Mit der Zustimmung seiner Frau, die auch im geheimen an den Messias glaubt, ging er daher nach Jerusalem. Aber auch hier fühlte er sich nicht sicher. Er reiste nun nach England, wo er allerdings ungefährdet lebte, aber doch fürchten mußte, daß man sich bemühen würde, ihn von seinem Weibe zu trennen. Seine Besorgnis wuchs, als er in London einem Manne aus Safed begegnete, welcher ihm drohte, er werde nach Hause schreiben und seinen Freunden anzeigen, daß jener ein Christ sei. Bis jetzt empfängt die Frau in Safed regelmäßigen christl. Unterricht. — Vor HO—50 Jahren kam ein Jude auf dem Palästinaplatze in London zur Erkenntnis der Wahrheit. Um Christum zu gewinnen, erduldete er willig den Verlust aller irdischen Güter. Er ist jetzt 89 Jahre alt und sehr arm. Seinen Lebensunterhalt erwirbt er sich als Trödler. Hätte er sich nicht taufen lassen, so wäre er Eigentümer eines großen Londoner Geschäftes, welches jetzt in den fänden. entfernter Verwandter ist. Sein Vater enterbte ihn, als er Christ wurde. Der Sohn bedauert den Schritt nicht, den er einst that. — Kolporteur Goldmann in Jassy wurde oft in der Nacht von einem jüdischen Jüngling aus angesehener Familie besucht. Sie lasen und beteten dann miteinander, und der junge Mann ging mit neuem Mut in den ihm verordneten Kampf. Es ist namentlich seine Mutter, die ihm, dem geheimen Anhänger Christi, Hindernisse in den weg legt. Bald droht sie ihm mit Enterbung, bald verspricht sie ihm eine reiche Frau, um ihm seine Vorliebe für das Christentum zu nehmen. Er liebt seine Mutter