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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 11 (1890) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
11 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Jude traf im elterlichen Hause mit frommen Lhristen Zusammen, die mit ihm von Thristo redeten. Er fing nun an, christliche Gottesdienste zu besuchen, und hatte daran große Freude. Sein Vater erfuhr dies und warnte, ihn. Gr konnte und wollte indessen jene Besuche nicht aufgeben. Die Folge , war, daß er aus dem Hause gestoßen und genötigt wurde, sich auf der Straße sein Brot zu verdienen. Schließlich wandte er sich an den Londoner Miss.. Eppstein, um christlichen Unterricht zu empfangen. -— Bei einem Besuch des deutschen Hospitals in London bemerkte derselbe Missionar, während er am Bette eines proselyten Abschnitte aus der Bibel las und betete, daß ein kranker.Jude aufmerksam zuhörte. Er erfuhr, daß der Mann oft und mit Freuden seinen Bibelstunden beigewohnt.hatte und jetzt glücklich war, das U)ort Gottes und Gebet wieder zu hören. Der Kranke bat dringend um ein Altes und ein Neues Testament. Sobald als möglich erhielt er . sie und außerdem eine Anzahl Traktate. Der Jude brachtenun ganze Tage mit dem Lesen dieser Bücher zu. Als. ..er starb, hielt er das Neue Testament in seiner Hand. — In einem anderen Krankenhause fand L. einen polnischen Juden, der sich schwerkrank fühlte und daher einem Rabbiner seines Sünden bekennen wollte. Der Missionar fragte ihn, ob er meine, daß ihm solches Bekenntnis Vergebung, Frieden und Kraft zum Kampf mit dem letzten Feinde gewähren werde. „Nein", sagte der arme Mann ziemlich bestürzt. „Aber was soll ich thun? Können Sie mir etwas Besseres anraten oder anbieten?" Auf dem Bett lag eine hebräische Bibel. L. ergriff sie und las Ies, 53 vor. Dann sprach er aufgrund dieses Kapitels von Jesu, als dem Sündenträger, dem Wege, der Wahrheit, dem Leben. Der Sterbende hörte länger als eine Stunde zu, diese Worte des Trostes gleichsam aufsaugend. Beim Abschied sprach er seinen Dank und die Bitte aus, L. möchte bald wieder kommen. Als dies nach einigen Tagen geschah, war jener schon gestorben, Gott gebe: im Glauben an die durch Lhristum bewirkte Versöhnung. — Auch Miss. Silberschmidt hatte mit einem sterbenden Israeliten zu thun, der den einigen Trost im Tode willig annahm. S. meint, daß derselbe im Glauben an den auferstandenen Messias, verschieden sei. — In einer Stadt des nördlichen Englands wurden die predigten eines ev. Geistlichen längere Zeit von der begütertsten jüd. Familie besucht, deren Dberhaupt die Stellung eines Konsuls einnahm. Eines Tages ließ der Israelit den Prediger dringend ersuchen, zu ihm zu kommen. Der Gewünschte erschien unverzüglich, erhielt aber von der Frau des Schwerkranken nicht die Erlaubnis, ihn . zu sehen. Mehreremal kam noch die gleiche Einladung an den Geistlichen. Aber die Frau wußte ihn unter allerlei Vorwänden vom Krankenbett fern zu halten. Endlich hörte der Prediger von den erwachsenen Kindern des Konsuls, daß ihr Vater gestorben sei. Er wäre gerne vorher getauft worden, doch habe ihre Mutter dies nicht zugegeben. Seither sind nun die Söhne und Töchter des Entschlafenen zur ev. Kirche übergetreten. — In einem andern Falle war es Bedenklichkeit auf christlicher Seite, welche den Wunsch eines sterbenden Israeliten, die Taufe zu empfangen, unerfüllt ließ.

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