Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 9 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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67 Grabe, und dasselbe ist teilweise geöffnet. Wenn man den Baum oberflächlich ansieht, sieht's aus, als ob er ganz aus dem Felsen gewachsen ist. Lr kümmert sich so wenig um das schwere Denkmal, das seiner Kraft weichen muß, als um die eiserne Stange, die schon ausbiegen wird, auch nicht um die Inschrift, die er nicht lesen kann. Lustig wächst er weiter, und bald wird das Grab ganz geöffnet sein. Lieber Leser, vor länger als (800 Jahren war nahe bei Golgatha, unweit der Stadt Jerusalem, in des Ratsherrn Joseph von Arimathia Garten ein neues Felsengrab ausgehauen. Lin schwerer Stein deckte es, römische Krieger bewachten es auf höheren Befehl, obrigkeitliche Siegel verschlossen es sorgfältig. Das Grab sollte nie geöffnet werden. Aber früh am ersten Ostermorgen that es sich dennoch auf, und aus dem Grabe erstand der Menschensohn, der Löwe aus Juda. So jauchzt denn und singt die siegumkränzte Gemeinde: CD Tod, wo ist dein Stachel nun, " ' wo ist dein Sieg, o Hölle? 6. K. Die Hand, welcher wir die vorstehenden sinnigen Schilderungen verdanken, ruht bereits im Grabe. Herr Carl Klein in Llberfeld, ein lieber Freund des Herausgebers der „Dibre Lmeth", entschlief nach kurzer Krankheit am \2. Juni d. I., erst 30 Jahre alt. Wie er, der vielbeschäftigte Kaufmann, in knapp bemessenen Mußestunden mit seiner Feder allerlei kirchlichen und christlichen Bestrebungen diente, so fand er auch Zeit, Arme und Kranke in seiner Umgebung aufzusuchen und ihnen seine Liebe zu erweisen. Der HLrr tröste seine Angehörigen und alle, die sonst um ihn leidtragen! Lr erwecke recht viele zu gleichem, festem Glauben und kräftigem Bekenntnis in Wort und Werk! Ein Laubhüttenfest in Algier. Missionar Goldenberg, welcher im Herbst v. I. die Mission in Algier wieder eröffnete, schreibt in seinem Tagebuch vom Oktober \889 (The J. Inteil. 16Y0, 5. 44 f.): Mein Haus war während dieses Monats und besonders während des Laubhüttenfestes eine kleine Synagoge. Täglich kamen Juden, um mich zu sehen. Linige brachten ihre Frauen mit. Alle wollten der frohen Botschaft vom Heile lauschen und sich nach den Wahrheiten des Christentums erkundigen. Linige hatten ihre Gebetsriemen bei sich und verrichteten ihre Gebete in meinem Hause, worauf sie mich baten, ihnen etwas aus dem Neuen Testament vorzulesen, was ich gerne that. Liner meiner Besucher erzählte: „Lin Jude sagte mir, daß er an Christum glaube, aber er träumte vor kurzem, daß er sicher sterben werde, wenn er getauft werde. Was denken Sie davon, Chacham (Weiser)?" Ich erklärte ihm, daß der Traum Wahrheit sei, denn jeder Christ müsse sterben, um mit Christo zu leben. Ich las ihm dann das 6. Kapitel des Römerbriefes vor und legte es ihm aus. Der Jude war von dem, was er hörte, so ergriffen, daß er sogleich, ohne weiter ein Wort zu sagen, hinausging und iit ungefähr \0 2Tü* nuten, von dem Träumer selbst begleitet, zurückkehrte. Sie blieben über