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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 8 (1890) · page 7

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Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
8 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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63 der Gerechtigkeit, aber es will sich nicht dazu verstehen, dieselbe als ein Gnadengeschenk Gottes anzunehmen, sondern will durch seine eigenen Leistungen gerecht werden; so ist ihm der Fels des Heils zum Stein des Anstoßes geworden, sein Unglaube^ hat es zu Fall gebracht. Ls steift sich auf das Gesetz, das ihm doch nicht zum Leben helfen kann. Das vollbereitete Heil, das ihm in Christo dargeboten wird, mag es nicht annehmen, obgleich das Gesetz selbst auf dieses hinweist. Ls ist zu stolz dazu, in gleicher weise wie die Heiden durch Glauben und Anrufung des HLrrn selig werden zu wollen. Entschuldigungen hat es keine. Das Evangelium ist ihm verkündigt, die freie Gnade, die sich darin offenbart, schon durch die Propheten bezeugt worden. Sein ganzes Verhalten läßt sich in das wo^t Jefaias zusammenfassen: Ls ist ein Volk, das ungehorsam ist und widerspricht. (Schluß folgt.) Aus Palästina wird über die am 3*. März d. I. erfolgte feierliche Eröffnung des ersten, von vielen schon lange ersehnten Eisenbahnbaues in diesem Lande berichtet. Line Stunde östlich von Jaffa lag der Festplatz, welcher eine z—400 m lange Strecke des Bahndammes darstellte. Auf hohen, durch grüne Gewinde verbundenen Stangen wehten zu beiden Seiten türkische Flaggen und Wimpeln. Über einem -festlich geschmückten offenen Zelt sah man das türkische Banner mit dem.Halbmond. Mittags gegen *72 Uhr traf der Pascha von Jerusalem, Rechad Pascha, ein, um gleich darauf mit dem aus Silber getriebenen und mit Gold verzierten Spaten die ersten Spatenstiche zu thun. Ihm folgte der Militärxascha von Palästina. Dann wurde ein Schaf als Opfer geschlachtet und dem neuen Unternehmen die weihe der Religion gegeben, hierauf begaben sich die beiden hohen Beamten mit dem Vertreter der Jaffa-Jerusalemer Lisenbahngesellschaft, dem Oberingenieur Etienne, an den Eingang des Festxlatzes, um den aus einer 3/* qm großen Marmorplatte bestehenden Grund- und Denkstein zu legen. Dieser trägt unter dem Zeichen des Halbmonds folgende Inschrift in türkischer Sprache: „Diese glückverheißende Eisenbahn ist begonnen worden während der ruhmreichen Tage unseres Landesherrn, des Sultans Abdul Hamid Lhan, des Eroberers, den **. Sab'an *307"(nach Muhammed). Mit der Einmauerung des Denksteins erreichte die Feierlichkeit ihren Abschluß. Der Urheber und kräftigste Förderer der neuen Eisenbahn ist der deutsche Bankier Johs. Frutiger in Jerusalem. Auch er nahm an der weihefeier teil, während bei dem Festessen, welches gleich nachher in Jaffa stattfand, außer den türkischen Herren nur der genannte Vertreter der Lisenbahngesellschaft zugegen war. Eine weitere Ausdehnung des Eisenbahnbaues nach Egypten, Nordsyrien und Babylonien ist in Aussicht genommen, auch der erbetene Ferman (die Zustimmung der türkischen Regierung) für die Strecken nach Damaskus, Gaza und Nablus bereits gewährt worden. So wird denn Jerusalem immer mehr ein Mittelpunkt des Weltverkehrs werden. *— Unser deutsches Hospital in Jerusalem hat auch im vergangenen Jahr mit seinen vier Kaiserswerther Diakonissen seine stille, segensreiche Arbeit weiter gethan. Die Zahl der Kranken ist auf 550 gestiegen (^886 : 496, J887 : 493, *888 : 538), die tägliche Durchschnittszahl war 3*. Es war wie immer ein buntes Gemisch von Arabern, Deutschen, Engländern, Österreichern, Armeniern, Abessiniern, Griechen, Rumänen, Bulgaren, Türken, Russen, eine Reihe von Völkern, die an die Scharen des ersten Pfingstfestes erinnert. Ihnen allen, Evangelischen, Griechisch-Orthodoxen, Römisch-Katholischen, Armeniern, Kopten, Syrern, Juden und Muhammedanern, ward das Evangelium nahe gebracht durch das Wort und besonders auch durch die allen Völkern und Religionen verständliche und alle Zeit ergreifende Sprache barmherziger Liebe. 8749 Leidende erhielten außerdem in der Poliklinik des Hospitals ärztlichen Rat und Hilfe. Aber unter welchen Schwierigkeiten mußte das alles geschafft werden! Das Haus, welches als Hospital dient, ist nur zugänglich durch *—2 Meter breite Gäßchen, in welchen.

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