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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 8 (1890) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
8 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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nach orientalischer Sitte allerhand Unrat liegt. Ls ist gebaut auf einem der Schuttberge, wie sie oft bis zu 50 Fuß hoch das Jerusalem vergangener Tage bedecken, und die seit langen Zeiten bei dem vollständigen Mangel einer Kanalisation allen Unrat in sich aufgesogen haben. Auf der Südseite stecken zwei Stockwerke des- Hospitals in einem solchen Schuttberg, von Westen bekommt das Haus weder Luft noch Licht, und doch bringt der von Westen kommende Meerwind, die einzige gesunde Luft in dem Fieberklima Jerusalems! Ls ist in dem Hospital kein heizbares Krankenzimmer, und doch muß man im Winter in Jerusalem 2—3 Monate lang regelmäßig Heizen! Es ist unmöglich, einen besonderen Raum für ein Badezimmer zu gewinnen, und doch bedürfen die eingeborenen Kranken alle bei ihrer Aufnahme einer gründlichen Reinigung von ihrem unglaublichen Schmutz und Ungeziefer! Nur notdürftig läßt sich ein Zimmer für die Aufnahme von Augenkranken Herrichten, und die Zahl dieser Kranken ist doch so besonders groß im Orient k Das Hospital hat, eingeengt zwischen arabischen Häusern, kein Fleckchen Garten, wo Rekonvaleszenten sich ergehen könnten. Auf dem flachen Dach brennt am Tag die Sonne unbarmherzig, und gegen Abend weht der kühle wind darüber hinl Im Hospital ist keine Möglichkeit, ein besonderes Operationszimmer zu gewinnen. Nur zwei Zimmer im Haus sind überhaupt hell genug zu diesem Zweck, das sind aber auch die besten Krankenzimmer, und bei trübem Himmel fehlt auch dort das Licht! Zu jeder der gar nicht seltenen Operationen muß ein Krankenzimmer geräumt werden. In der nächsten Nähe eine Kloake; auf der andern Seite der notwendige Eselsstall im Hause selbst; die Waschküche am Eingang des Dauses, besonders bemerkbar, wenn Schwerkranke im Hospital sind, die viel Wäsche bedürfen; der Lselsstall im Haus der einzige Platz aller Abfälle; der Keller offen, so daß während der Regenzeit das Wasser hineinfließt, welches in der Sommerzeit jedenfalls wieder nach oben ins Haus ausdünstet! Als die Kaiserswerther Diakonissen im Jahre *85 * die Arbeit hier begannen, da hatte man keine andere Wahl, man mußte ein Haus in der Stadt nehmen und sich darin einrichten, fo gut oder schlecht es eben gehen wollte. Erst in der Folgezeit ist es allmählich möglich geworden, vor der Stadt zu bauen. Mit der Möglichkeit ist nun die Pflicht gegeben, eine Änderung zu schaffen. So kann und darf es nicht mehr bleiben, und die evangelische Christenheit will gewiß nicht, daß noch Jahre darüber hingehen, ehe es anders wird, zum Schaden der Diakonissen und der Kranken. Die im Laufe des vergangenen Jahres gesammelte Summe von ungefähr *3 000 Frcs. hat es zwar, dem HErrn sei Dank, möglich gemacht, die platzfrage ernstlich ins Auge zu fassen, sie reicht jedoch noch nicht, um auch nur den Bauplatz zu erwerben, geschweige denn den Bau zu beginnen, wenn aber nicht bald ein Bauplatz erworben wird, so werden die bestgelegenen Plätze besetzt, und zudem steigen unter dem Druck der wachsenden Einwanderung und des Eisenbahnbaues die Landxreise in der Umgebung der Stadt. Also je rascher die Gaben kommen, desto größer ist ihr wert! Der Herausgeber der „D. E." ist gern bereit, solche Gaben zu übermitteln. Empfangsbescheinigung. P. K.-Pl., Fr. P. B.-Gr. Sir., Cand. H.-Kr. je 0,60. Cand. G.-Gr. D. *,60. Frl. L. O.-St., P. Kr.-H., P. Tr.-Ob. p. je 5. P. N.-Lm. «,*o. Frl. p. (S. H. II.) 7,70. Fr. v. R.-Str. 9. Koll. beim Gemeinschaftsfest a. d. Rummelsberg *0. Frl. v. R. *6. Herzl. Dank! Gaben für die unentgeltliche Verbreitung der „Dibre Emeth" sind stets willkommen. Gottesdienste für Christen und Israeliten: an jedem Sonntagnachmittag von bis 5 Uhr im Zrüdersaal zu Breslau, Vorwerksstraße Nr. 28. Herausgeber: Pastor w. Becker, Breslau, Brüderstraße sF I. — Preis des Jahrgangs (*2 Nummern): 60 Pfennig. Druck und Kommissionsverlag von Carl Dülfer, Breslau, Palmstraße 5.

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