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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 8 (1890) · page 5

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Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
8 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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6{ Schulen auf Beschluß der Gesellschaft mit Rücksicht auf die hohen kosten aufgehoben wurden. Jene Thätigkeit war mit einer besonderen Arbeitslast verbunden. Nachdem Z. ^9 Jahre im Dienste der Gesellschaft segensreich gewirkt hatte, trat er im Juni in den Ruhestand. Nur etwas über 3 Jahre war es ihm beschieden, diesen zu genießen. In den ersten Tagen des Monats Oktober \SS7 erkrankte er am gastrischen Fieber, welches ihn schon in früheren Jahren zweimal befallen hatte. Er überstand auch diesmal die Krankheit an sich, die Folgen derselben äußerten sich aber bei seinem hohen Alter in einer allgemeinen Erschlaffung, so daß er nicht mehr das Krankenbett verlassen konnte. Er Verfiel in einen Zustand, der nach schweren Leiden, die er zu erdulden hatte, am 2. Dezember J887 morgens 2 Uhr mit dem Tode endete. In seinem Leiden war ihm das Wort Gottes ein Trost. Besonders häufig wiederholte er Stellen aus dem 9J- Psalm. A. Z. Ed. Mggmbach über Wm. 9—11. Im vorigen Jahrgang der „D. L." (5. 55) findet man Äußerungen des berühmten Schriftauslegers Fr. Godet in NeuchLtel über jene 3 Kapitel des Römerbriefes, in welchen der Apostel Paulus Israels verhalten zum Christentum und dessen Folgen behandelt, heute lassen wir einen andern schweizer Theologen, der im Baseler „Kirchenfreund" (*890 Nr. 4 und 5) eine lichtvolle Übersicht über den Inhalt des Römerbriefes veröffentlicht hat, zu Worte kommen. Auch Ed. Riggenbach unterscheidet sich von manchen Lrklärern dadurch vorteilhaft, daß er nicht eigene, gekünstelte Ürteile dem Apostel unterschiebt, sondern sich als demütiger,und lernbegieriger Schüler in die Gedankenwelt des großen Lehrers versenkt. Über Kapitel 9—;; schreibt er: Als ein ungelöstes Rätsel stand es vor den Augen vieler Gläubigen, daß das jüdische Volk der Mehrzahl seiner Glieder nach von dem heile ausgeschlossen schien, das in Jesu, dem Messias Israels, gekommen ist. Namentlich für jüdische Christen konnte dies zu einer ernsten Anfechtung des Glaubens werden. Es mochte ihnen scheinen, <x\s seien entweder die Verheißungen Gottes an Israel dahingefallen, oder aber, es sei etwas verfrühtes, jetzt schon das Evangelium in die Heidenwelt hinauszutragen. Schon an verschiedenen Stellen des Briefes hatte der Apostel diese Frage gestreift; indem er nun aber in Kapitel 9—U dieselbe eingehend beantwortet, gewährt er uns einen Blick in die Heilsabsichten Gottes in der Leitung der Geschichte, wie er uns tiefer und großartiger kaum anderswo eröffnet wird. 9, \—29. wenn Paulus von Israel zu reden anfängt, so kann er es nicht thun, ohne seinem tiefen Kummer über das Schicksal seines Volkes Ausdruck zu geben. Die großen Vorzüge, mit welchen Gott das Volk des alten Bundes begabt hat, vor allem die Thatsache, daß sogar Christus aus Israel hervorgegangen ist, verbinden ihn so sehr mit seinen Stammesgenossen, daß er auf sein eigenes heil verzichten möchte, wenn er sie dadurch retten könnte. Das hindert ihn nun aber nicht, als Anwalt Gottes aufzutreten und alle die Anklagen niederzuschlagen, welche das ungläubige Israel gegen den HErrn erheben möchte. Meinen die Juden, daß Gott seinen Verheißungen untreu

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