Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 8 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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59 durch den Willen Gottes erfolgt sei. Herr de W. hatte nie einen Missionar gesehen, sondern das Evangelium nur von einem Laienchristen gehört, welcher wiederholt mit ihm sprach und ihn überredete, eine Bibel anzunehmen. Er las anfangs unaufmerksam und mit bitterem Vorurteil. Als er eines Tages auf dem Lande allein wanderte, war es ihm, als ob jemand zu ihm sagte: „Glaube an den HLrrn Iesum! Bete in seinem Namen!" hierauf wandte er sich von dem Wege ab, kniete unter einem Busch nieder und betete um. Licht und Erlösung. Wie lange er dort war, konnte er nicht sagen, denn er muß ohnmächtig geworden sein, Hülflos wurde er aufgehoben und in ein Haus gebracht. Von diesem Augenblick an verschwand jedes Vorurteil, und alles in Gottes Wort wurde ihm verständlich und klar. Fortan war er ein glücklicher Mann, und sein Leben wurde ein Leben des Glaubens an den Sohn Gottes, der ihn geliebt und sich selbst für ihn dargegeben hatte, während der letzten \0 Monate war er an sein Bett im Hospital gefesselt gewesen, wo christliche Freunde ihn von Zeit zu Zeit besuchten, und wo er in Gnade und in der Erkenntnis Gottes, seines Erlösers, wuchs. Im Lauf der Unterredung hörte ich, daß er eine schwere Gperation durchmacken sollte, und fragte ihn deshalb, ob er nicht dächte, daß er den Erlöser in der Taufe bekennen müßte. - Er schien in Gedanken vertieft zu sein. Dann sagte er: „Ich würde gerne getauft sein." Ich sagte nichts weiter, suchte aber wegen der Angelegenheit mit dem Hausgeistlichen in Verbindung zu treten. Da ich nach London zurückkehren mußte, ließ ich die Sache in den fänden des Predigers p., welcher es mit größter Freundlichkeit übernahm, alles zu thun, was er konnte. Seither hat er mich benachrichtigt, daß der liebe Bruder auf seinem Krankenbett den Heiland in der Taufe bekannt hat, und zwar am Morgen vor seiner Gperation. Von Freunden habe ich seither gehört, daß die Operation unter Gottes Segen erfolgreich gewesen ist, und daß dieser christliche Israelit noch viele Jahre leben kann, um den Erlöser zu preisen und zu verherrlichen. Wie wunderbar der HLrr die Begebenheiten beherrscht und lenkt und sie zur Ausführung seiner Pläne dienlich macht! Ich ging nur nach Brighton, um einen andern Diener Gottes zu vertreten, der dort hatte predigen sollen, aber durch Unwohlsein verhindert wurde. Vielmehr wurde ich dorthin gesandt als Anwort auf Gebete, um diesem armen Kranken im Hospital ein dienender Bote zu sein. Aus dem Leben des Missionars Zukertort. Gottlieb Jacob Zukertort wurde am \Q. Februar \808 in Lublin (Russisch-Polen) als einziger Sohn seiner Eltern geboren. Streng im Glauben seiner Väter, der jüdischen Religion, erzogen, nahm er als Jüngling in hervorragendem Maße an den Gesprächen teil, welche zu jener Zeit in seiner Vaterstadt zwischen den dort wirkenden Missionaren der Londoner Gesellschaft zur Beförderung des Christentums unter den Juden und Mitgliedern der jüdischen Gemeinde regelmäßig stattfanden.