Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 8 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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58 fangen waren und damals noch treue Boten des HLrrn, wie Lzechiel und Daniel, die Hoffnung auf die Rückkehr ins Vaterland lebendig erhielten, während unsere Verbannung schon Jahrhunderte dauert und, wie Ihr selbst in manchem Gebete mit Recht klagt, jede Weissagung, jedes Gesicht fehlt? Auf alle solche Kragen giebt das Zeugnis des HLrrn die eine bestimmte und klare Antwort: Weil wir den Messias verworfen, ihn ans Rreuz geschlagen und frevelnd gerufen haben: „Sein Blut komme über uns und über unsere Rinder!" Das war eine schreckliche Verwünschung, und sie blieb nicht vergeblich. Schon fast 2000 Jahre lang kommt Sein Blut über uns und unsere Rinder. Ach, im Namen des Gottes Israels bitten wir Luch! Verwerft dies Blut nicht länger, sondern verlanget innig darnach, daß es über Luch und Lure Rinder zur Sühnung Lurer Sünden komme! Dies Blut, liebe Brüder in Israel, ist das einzige Opfer, die einzige Rapporah, welche Lure Seelen reinigen und Luch vor Gott gerecht machen können. Ls ist das Blut des Bundes, auf den alle Opfer und Waschungen deuten, die je auf Zion stattfanden. Dies Blut bringt uns den wahren Jom-Rippur, den einzigen großen Versöhnungstag, giebt wahren Frieden und wird uns einst den Fimmel öffnen, wenn wir in diesem Blute gewaschen und rein geworden sind, dann erst sind wir rechte Rinder Abrahams. Denn dann ist uns Abrahams Glaube geschenkt, dann ist Abrahams Gott unser Gott immer und ewiglich. Fliehe darum, fliehe, o Israel, zu dem Gott Deiner Väter, zu Ihm, der es nach Seiner treuen Zusage mit Dir noch nicht garaus gemacht hat, und bete, wie einst David gebetet hat: „Offne mir die Augen, daß ich sehe die Wunder an Deinem Gesetz!" Llieser Rroxveld (s. „X>. <£." *890, S. §0). Im Krankenhause Krighton. Miss. Eppstein von der L. I. ITC. erzählt in „The Jewish Intell.“ (*890 5. 53 f.): Ich reiste nach Brighton, um dort am 26. Januar für die Gesellschaft zu predigen. Nach dem Gottesdienste empfing ich einen Brief mit der Adresse: „An den Geistlichen, welcher an diesem Morgen in Sachen der Iudenmissionsgesellschaft in der St. Margaretenkirche predigte." In dem Briefe wurde angegeben, daß ein christlich gesinnter Jude in einem der Gemächer des Hospitals liege und ohne Zweifel erfreut sein würde, mich zu sehen. Ich brach sogleich auf und fand bald Herrn A. de w., der sehr glücklich war, als er entdeckte, daß sein Besucher selbst ein Iudenchrist war. „Ach", rief er aus, „ich habe gebetet, der HLrr wolle .mich einen bekehrten Israeliten sehen lassen, und nun sehe ich einen, einen Geistlichen der Rirche von England, und einen, der jahrelang in fernen fremden Ländern als Missionar gearbeitet hat. M, was für einen Gebete hörenden und erhörenden Gott haben wir!" Ich sprach einige Zeit mit ihm und fand, daß er ein fröhlicher und glücklicher Lhrist war. Lr freute sich, daß ich mit ihm betete, und er folgte mir mit einem Gebet. Ich fragte ihn dann nach der Geschichte seiner Bekehrung und erfuhr, daß sie weder durch den willen von Menschen, noch durch den Willen des Fleisches, sondern