Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 7 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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5H dem er aus seiner Spitze oder Krone einen Kranz von Blättern entsendet, welche nur alle 6 oder 7 Jahre abwelken und die Ansätze ihrer Rippen als starke nach aufwärts gerichtete Schuppen am Stamme zurücklassen. So wächst die Dattelpalme langsam empor, steht hundertjährig in voller Kraft und erreicht wohl ein Alter von 200 Jahren. Aber der Stamm eines 20 Fuß hohen Baumes ist schon so dick wie der eines achtzig- bis hundertjährigen, wird die Dattelpalme sich selbst überlassen, so bleiben die welkenden Zweige mit geknickten Blattrippen an ihr hängen und das Gewächs bietet lange nicht die malerische Schönheit dar, wie wenn es von Menschenhand gepflegt und von den welken Blättern rechtzeitig befreit wird. Für die Fortpflanzung der Dattelpalme ist nun aber besonders der Umstand von Belang, daß die beiden Blütenteile, die männliche und die weibliche Büte, wie bei unseren Pappeln, Weiden und anderen Bäumen auf verschiedene Exemplare verteilt sind. Der Samenstaub der männlichen Blüte muß durch den wind oder durch Insekten auf die weiblichen Bäume übertragen werden, wenn sie zur Reife kommen sollen. Dies geschieht oft auf unglaubliche Entfernungen. Es wird dies erleichtert durch die große Fülle von Blüten, die ein Stamm erzeugt. Man zählt in einer Rispe des männlichen Baumes bis zu ^2 000 Blüten, deren jede wieder 6 Staubfäden, und von deren Staubfäden jeder eine ungezählte Menge der feinen Pollenkörner trägt, wo nun die Bäume beider Art bunt durcheinander stehen, wird keine Gefahr des Aussterbens vorhanden fein. Anders ist es, nachdem der Mensch das fruchtbare edle Gewächs in seine pflege genommen hat. Natürlich werden in überwiegendem Maße die fruchttragenden weiblichen Bäume gepflanzt. Die männlichen Bäume werden meist außerhalb des Palmenfruchtgartens in geringerer Anzahl gehalten. Läßt man diese einmal ausgehen, so hört die Fortpflanzung auf, und der Palmbaum nimmt Abschied von seinen schlechten Pflegern auf Nimmerwiedersehen. So .ist es ohne Zweifel im heiligen Lande gegangen mit jenen gepriesenen Fruchtgärten. Noch ist trotz manches Fortschritts der Kultur in neuerer Zeit das fortschallende Echo der Prophetenworte nicht verklungen: „Der weinstock stehet jämmerlich und der Feigenbaum kläglich, dazu die Granatbäume, palmbäume und Apfelbäume und alle Bäume auf dem Felde sind verdorret, denn die Freude der Menschen ist zum Jammer geworden." Joel \2. (N. Nachr. er. b. Morgen!. *888. 5. *02 ff.) Die Kavbotniks irr Sibirien. Ein New-I^orker Mitarbeiter des „Jewish Chronicle“ teilt in diesem Blatt einige persönliche Erinnerungen an die Sabbotniks in Sibirien mit. Der Name dieser Sekte wird von dem russischen Wort „Sabbota" (Sonnabend) abgeleitet und bezeichnet Leute, welche den siebenten Tag als einen Tag der Ruhe beobachten, wenigstens ein Teil der Sekte stammt von den Khozaren oder Lhasaren ab, einem Nomadenstamm der Uralgegenden, der ungefähr im 8. Jahrhundert zum Judentum bekehrt, aber zuletzt gezwungen wurde, das Judentum abzuschwören, viele jüdische Gebräuche, darunter die Feier des siebenten Tages, erhielten sich unter diesem Völkchen und wurden von einem Geschlecht dem andern überliefert. Aber nicht alle Sabbotniks sind Abkömmlinge der Khozaren; viele sind Russen, die in diesem Jahrhundert das Judentum angenommen haben. Dieselben werden aber