Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 7 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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52 Missionsspital wird sehr geschätzt und die Hilfe, die es darbietet, auch vom Gberrabbiner benützt. Die Liebe, welche die Juden bei den Angestellten der Mission finden, übt eine Anziehungskraft auf sie aus. In den jüdischen Schulen werden Missionsbibeln, d. h. Alte Testamente aus der Londoner Missionsdruckerei, gebraucht. Gebildete Juden kennen auch das Neue Testament. Für Missionszwecke sehr wertvoll ist die hebräische Übersetzung des englischen Gebetbuchs. Unsere Anstalten sind gefüllt. In den Schulen befinden sich etwa 50 Knaben und 20 Mädchen. Die Zahl könnte verdoppelt werden, wenn die Räume größer wären. Alljährlich kommen durchschnittlich \2 Taufen vor. Der Jude ist eigentlich kein Jude, bis er ein Thrist wird. Aber viele getaufte Juden scheinen zu vergessen, daß sie Juden sind. Darin liegt eine Hemmung unserer Arbeit. Line andere hängt mit der Abgötterei in der griechischen und lateinischen Kirche und dem unchristlichen Mandel ihrer Glieder zusammen, würde sich ein Jude auf der an der Grabeskirche vorüberführenden Straße sehen lassen, so würde er von den Thristen gesteinigt werden. Unsere Aufgabe ist nicht die Bekehrung des Volkes, sondern die Sammlung des Überrestes gemäß der Gnaden - wähl. Der Jude bedarf der Bekehrung. Mit seinem sittlichen Leben sieht es traurig aus, wenn er nicht vom Lhristentum eingeschränkt wird. Das beweisen z. B. die leichtfertigen Ehescheidungen. Zu dem Bedürfnis gesellt sich Christi Befehl, Christi und seiner Apostel Vorbild. Die in das Land ihrer Väter zurückkehrenden Scharen sollten hier eine judenchristliche Kirche vorfinden. Forschet mehr in der Schrift! Betet mehr, besonders an jedem Montagmorgen zwischen 6 und JO Uhr, während wir auf dem Berge Zion unsere Gebetsversammlung abhalten, um den Frieden Jerusalems! Auch mehr Arbeitskräfte sollten wir in Palästina haben, vor allem gilt es in Jerusalem selbst kräftiges Zeugnis abzulegen, bis der £}<£rr kommen wird, um aus dieser Stadt ein „Iehovah Schammah" (Hesek. ^8, 35) zu machen. Der letzte Redner, der Dekan von Ripon, beteiligt sich seit J835 an der Iudenmission. Seine Liebe zu derselben ist jetzt vielleicht noch größer als früher, weil er handgreifliche Zeichen des göttlichen Segens sieht. Lines Tages werden wir den vollen Segen empfangen. Wichtige Fingerzeige für unsere Arbeit giebt Ies. ^9- Noch immer ist Israel in Gottes Hände gezeichnet. Verlieren wir unsere Begeisterung und unfern Lrnst in dieser großen Sache nicht! Die Dattelpalme in Palästina. (Schluß.) Jetzt ist bei Jericho auch die letzte Palme verschwunden, welche noch vor zwanzig Jahren dem Pilger als Überrest der Palmenstadt gezeigt wurde, auch bei Lngedi hat Tristram, der das Pflanzen- und Tierleben des heiligen Landes erforschte, keine mehr gefunden. Zahlreiche Quellen strömen dort von allen Seiten über die Felsklippen am Ufer, aber keine Palme sproßt mehr aus diesen Wassern hervor, sondern dieselben dienen nur dazu, die entschwundene Pracht mit einem weißen