Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 7 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2554541-2554970-2554978--08949-2565017- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
50 Missionspredigerschule mit einer oder mit beiden englischen Universitäten zu verbinden, vielleicht kann die Mission in London in anderer Meise, mehr im Anschluß an die parochieen, betrieben werden. Besonders wichtig ist die .Arbeit in Palästina. In Jerusalem sind eine neue Mädchenschule und ein Krankenhaus notwenig. Auch Sir R. Temple, wie der Vorredner Parlamentsmitglied, forderte zu kräftiger Unterstützung der Mission im heiligen Lande auf. Lr erzählte aus eigener Anschauung von den dort, z. B. bei einem Besuch der Klagemauer, empfangenen Eindrücken. In der wunderbaren Lebensfähigkeit der Juden liegt ein Beweis für die Wahrheit der Bibel, bezw. ihrer Aussagen über das auserwählte Volk. Ls ist sehr möglich, daß dies seinen alten Platz in Palästina wieder erlangt, wenn es den Namen des göttlichen Meisters annimmt, der einst mit unaussprechlicher Herablassung Israels Natur annahm. Daß unser HLrr auf Lrden mit Israel in die innigste Verbindung trat, dürfen wir Christen nicht vergessen. Dr. McCormick gedachte zweier Verstorbener, des Lords Napier von Magdala, des Befreiers der abessinischen Iudenmissionare, und des Professors Delitzsch. Dann verbreitete er sich über die Schwierigkeiten, welche die Juden an der Einnahme des Christentums hindern. In ihrem festen Zusammenhalten liegt eine Versuchung zur Selbstüberhebung, und dieser Stolz läßt es ihnen nicht leicht zu, christliche Grundsätze anzunehmen. Dazu kommt der schon so alte Unglaube Israels. Die auf dem Alten Testament liegende Decke (2. Kor. 3, kann nur eine Hand wegnehmen: diejenige Jesu Christi. Daß dies einmal geschehen wird, versinnbildlicht das Zerreißen des Tempelvorhanges nach dem Tode des HLrrn. Ferner flößen frühere und gegenwärtige Verfolgungen der Juden diesen unmöglich große Liebe zu uns ein. Wie sehr sind sie (sogar in der Neformationszeit) von den Christen vernachlässigt worden! Lrst die deutschen Pietisten hatten ein Herz für sie. Innerhalb der Kirche Englands wird von unserer Gesellschaft ihrer gedacht, und hierauf ruht zumteil unsere Hoffnung für die Zukunft dieser Kirche. Line weitere Schwierigkeit besteht in den falschen Darstellungen des Christentums. Die Juden besitzeu große Fehler, aber auch große Tugenden. Sie nehmen gegenwärtig an Linfluß sehr zu. Wir freuen uns ihrer bisherigen Fortschritte, wünschen ihnen aber noch größere. Mögen sie, die Christo so teuer sind, Ihn bald kennen lernen! Missionar Flad sen., kürzlich von einem ^tägigen Aufenthalt an der Grenze Abessiniens zurückgekehrt, berichtete von der Fortführung der Iudenmission in diesem Lande seit J868. Da Europäer dort nicht mehr geduldet werden, ruhte die Sache ganz in den fänden eingeborener Iudenchristen. Liner von diesen, Argawi, nahm vor 5 Jahren am Iahresfest in London teil. Damals hatten wir in Abessinien 900 getaufte Juden. Auch aus ben Falaschas sind Märtyrer hervorgegangen. Als der Mahdi und seine Anhänger alle Kirchen verbrannten und überall Zerstörung anrichteten, gerieten 30 proselytenfamilien in ihre Gewalt. Die Derwische suchten diese Iudenchristen zur Annahme des Islams zu bewegen. Aber kein einziger wollte auf