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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 6 (1890) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
6 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Landschaftsmaler sich wohl gemerkt; sie annektieren, wenn sie Szenen des heiligen Landes malen, mit Begierde jeden Palmbaum, den sie er - schauen, und verpflanzen ihn in den Nahmen ihres Bildes, auch wenn er in Wahrheit etwas außerhalb desselben fallen würde. So wird denn auch in der heiligen Schrift der uns in manchen Ortsnamen der ältesten Zeit begegnende Palmbaum — und das ist zweifellos die^ Phoenix clactylifera, die Dattelpalme, von welcher sogar phönicien. seinen griechischen Namen hat — mehr als Schmuck und Zierde, denn, als Fruchtbaum genannt, und als solche muß er heute dort fast ausschließlich gelten. Seine schönen, von der Krone sich bogenförmig abwärts biegenden, O bis \2 Fuß langen Blätter mit ihren bis zu 2 Fuß langen Fiederblättchen, von der starken Mittelrippe getragen, dienten zum Schmuck des Laubhüttenfestes und wurden vor dem einziehenden Heiland von den frohlockenden Scharen auf den weg gestreut — dort am Olberg, wo jetzt kein einziger Palmbaum mehr steht. Wie der Name der Dattelpalme, „Thamar", in Israel ein beliebter Frauenname war, den schönen, schlanken Wuchs bezeichnend, so begegnen wir den edlen Formen ihres» Blätterschmucks in den Verzierungen des salomonischen Tempels wie in den Bauüberresten der herodianischen Zeit, wer den Saal der Deutsch - ritter in Marienburg in Preußen gesehen hat, der wird sich des Gedankens nicht entschlagen können, daß in jenen wunderbar schlankem Säulenschäften, welche mit ihren vom Stamme aufstrebenden Blattrippen das Gewölbe tragen, die Erinnerung der Kreuzfahrer an die Palmen des heiligen Landes sich verkörpert hat. Das Sinnbild des Sieges und des Triumphs ist der Palmenzweig in der Sprache göttlicher Offenbarung, bis hinaus zu den Auserwählten der Offenbarung, welche Siegespalmen in ihren Händen tragen. „Er reicht dir selbst die Palmen in deine rechte Hand, und du singst Freudenpsalmen dem, der dein Leid gewandt", so stammeln wir ihnen nach. Aber das gefangene, geschlagene Judäa sitzt nicht mehr untev dem Palmenbaum. Nur wie die letzten frischen Blätter eines verwelkten Kranzes, schmückt er vereinzelt die wasserreicheren Stätten dev Küstenebene und hebt über Städten und Dörfern, von Freunden gepflegt,, sein Haupt einsam und gebeugt in den blauen Himmel empor. Auf einen früheren Palmenreichtum des heiligen Landes weist vor allem, der Name der Palmenstadt Jericho in der Ierichoaue. Ihre von dev Ferne her schimmernden Laubkronen mögen schon die Seele Lots mit Sehnsucht erfüllt haben, als er seine Augen aufhob und von der Höhe des Gebirges Benjamin herab die ganze Gegend am Jordan besaht die wasserreich war als ein Garten des HErrn, gleichwie Lgyptenland. Von der andern Seite herüber, von der Spitze des Berges pisga,, weilte der Blick des scheidenden Mose auf der Breite Jericho, der Palmenstadt, und dieser Name bleibt an jener Stadt haften nicht nur bis in die Zeiten Lhristi, in welchen der erste Herodes zwischen vielgepriesenen Palmengärten sein Lustlager hatte, sondern noch ein ganzes Jahrtausend länger. bis in die Kreuzfahrerzeit. Auch die von reichen (Quellen

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