Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 6 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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47 bewässerte Bucht vo^l Lngedi an der Westseite des Toten Meeres überschatteten Palmenhaine, von welchen Josephus und plinius zu rühmen wissen. <£s ist wohl anzunehmen, daß einst die ganze Jordanaue vom See Genezareth bis zum Toten Meer ausgedehnte Palmenwälder darbot. (Schluß folgt.) Aus Jerusalem. In Nr. des laufenden Jahrgangs der „Dibre Emeth" haben wir einen Brief der Diakonissin Charlotte Pilz in Jerusalem mitgeleilt. In einem andern Schreiben der verehrten Vorsteherin von „Talitha Kumi" wird von einem Meisterftück der Tischlerei erzählt, welches in der handwerksschule der Londoner Iudenmission angefertigt wurde. Ls war dies ein Schreibtisch aus Olivenholz, den der frühere Missionsarzt, Dr. Chaplin, bei seinem Abgang von I. von seinen zahlreichen dortigen Freunden als Geschenk erhielt. Auf der Platte sah man die Stadtwappen von Jerusalem, Bethlehem und Hebron, ringsum am Rande die Widmung. Jene waren in Perlmutter, diese in verschiedenen hölzern eingelegt. Auch hatte man passende Bibelsprüche in hebräischer, deutscher und englischer Sprache angebracht. Der Preis dieses Prachtstücks betrug 400 Mk. — Wie „Der Bote aus Zion" berichtet, wurde an der westgrenze des Muristan eine 7 m breite Straße hergestellt, hoffentlich wird sich an dieser „Preußenstraße" unter der Oberleitung der im Jahre ^889 vom deutschen Kaiser eingesetzten Kommission bald ein würdiges Gotteshaus für die deutsch-evangelische Gemeinde in Jerusalem erheben. Die letztere hält neuerdings von Zeit zu Zeit Gesanggottesdienste ab, bei denen ein Männerchor und die Zöglinge der deutschen Anstalten Zusammenwirken. In den Vorstädten wird namentlich von jüdischen Unternehmern viel gebaut. An der Jaffastraße läßt die Regierung ein muhammedanisches Krankenhaus errichten. Die Influenza, von den Arabern ad rulrad genannt, zeigte sich schon im letzten Sommer. — Der Aufenthalt des Prinzen und der Prinzessin Heinrich von Preußen Ln der heiligen Stadt beschränkte sich auf wenige Tage: auf die Zeit vom 2^. bis zum 25. Januar d. I. Den Nachrichten, in den öffentlichen Blättern zufolge ließen es sich die Deutschen in Jerusalem trotz strömenden Regens nicht nehmen, den Herrschaften entgegenzureiten. Man traf dieselben bei Abugosch an, von wo nach freundlicher Erwiderung der Hochrufe der wagen zunächst bis nach Tulonia weiterrollte. Dort dankte der Prinz für den ihm bereiteten Empfang und unterhielt sich in leutseliger weise mit seinen Landsleuten, begab sich dann zu Pferde an die Spitze des Zuges, Ln dem die ersten deutschen und türkischen Beamten sich befanden. In Jerusalem fand ein würdiger Empfang statt. Obgleich der Tag schon zur Neige ging, als die hohen Reisenden hier eintrafen, machten sie doch noch einen Besuch in der Grabeskirche. Bei dieser Gelegenheit ließ Prinz Heinrich sich auch das Schwert Gottfrieds von Bouillon zeigen, das sein großes Interesse erregte. Am folgenden Tage klärte sich das Wetter auf. Verschiedene Anstalten wurden in Augenschein genommen so. das große deutsche Waisenhaus von Schneller und die Anstalten der.Kaiserswerther Schwestern. Am 25. Januar kehrten die Herrschaften wieder nach Jaffa zurück, mit der Absicht, des anderen Morgens nach Port Said zu dampfen. Diese Absicht wurde aber durch Sturmwetter vereitelt, wie solches auch schon acht Tage vorher die Ausführung der Reisepläne verhindert hatte. Den unfreiwilligen Aufenthalt benutzte der Prinz zu einem Ausflug nach Sarona, wo er festlich empfangen wurde. In Jaffa erschien er bei der Feier des Geburtstags des deutschen Kaisers, hier kam es zu einem herzlichen Verkehr zwischen dem hohen Gast und seinen deutschen Landsleuten. Erst am 28. Januar konnten sich der Prinz und die Prinzessin einschiffen. Kurze Mifstorrsrmchrichten. (II.) In Kischinew kann dank der Beihilfe, welche hr. Rabinowitsch auf feiner letzten Reise durch England und Schottland empfing, eine größere Synagoge für die „Israeliten des neuen Bundes" erbaut werden. — Die französische Gesellschaft für die Evangelisation Israels beklagt einen schweren Verlust. Am 25. Dezember starb ihr erster Vorsitzender, Pastor Lanzet. An seine Stelle wurde