Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 6 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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^5 Er verficht die Mission gegenüber einem Geschlechts, welches von ihr nichts wissen will und es nicht versteht, daß sie ein Werk des HErrn ist, welches in seinem Reiche nicht entbehrt werden kann. — Zuletzt aber wird keine Botschaft des Evangeliums von Hause ausgehen, es sei denn, daß sie sich stütze auf und begleitet werde durch das Missionsgebet. Missionsbetvereine müßten in der Christenheit dastehen, wie Mose inmitten von Aaron und Hur, als Israel wider Amalek stritt. Unter der betenden Iüngerschar in Jerusalem bewegte sich die Stätte, an der sie sich befand: so nahe war der Geist, und die Wirkungen blieben nicht aus. ' Betet! Betet! Das Gebet ist der wind, der die Segel der Missionsschiffe schwellen macht. Das Gebet ist der Posaunenschall um Jerichos Mauern. Das Gebet ist der Schild, der die Glaubensboten deckt. Der Missionsbote trägt die Kreuzesfahne hoch. Sie weht in Nord und Süd und hat die Aufschrift: „Don Hause!" Und das Ziel? Auf ihrem Sterbelager liegt eine bekehrte Heidin und lauscht des Missionars Verheißungsworten vom ewigen Vater- Hause. Der Sterbenden Gesicht verklärt sich je mehr und mehr. „Zu Hause!" so ruft sie aus und ist entschlafen. Ja, zu Hause, bei Gott, bei dem Heilande, bei den Erwählten, den Patriarchen und Aposteln, bei der Wolke von Zeugen: das ist das Ziel. Wohl denen, die es erreichen! „Selig sind, die das Heimweh haben, denn sie sollen nach .Hause kommen." P. <£. Meißner -woitsdorf. Die Dattelpalme in Palästina. Auf der Siegesdenkmünze, welche der römische Kaiser vespasian prägen ließ, nachdem Titus die Stadt Jerusalem erobert und zerstört hatte, steht in der Mitte des einen Bildes die Dattelpalme mit ihren Lächern und ihren herabhängenden Lruchtdolden, links davon ein römischer Krieger, aufgerichtet, auf seinen Speer sich stützend, während rechts unter dem Palmbaum eine trauernde weibliche Ligur sitzt, Judaea <3apta, das eroberte Judäa, wie die Umschrift lautet. Den Römern erschien die Dattelpalme als das bezeichnendste Sinnbild des eroberten Landes. Als solches würde man sie jetzt wegen ihres viel spärlicher gewordenen Vorkommens wohl nicht mehr gelten lassen. Ein Land -der Palmenhaine ist Palästina nicht mehr, aber doch begrüßt jeden Pilger die schlanke Palme mit ihrer herrlichen Blätterkrone als die königliche Zier des verödeten Landes, schon wenn er zuerst in Jaffa den Küstensaum betritt. Aus einem Wald von saftgrünen Bananenblättern, und dichtbelaubten, duftenden Orangenbäumen steigen in den Gärten von Jaffa überall die Palmen empor. Das trümmerhafte Ramleh, drei Stunden landeinwärts, bietet durch seine Palmen und Palmengruppen, die über dem altersgrauen Gemäuer sich erheben, einen so überraschenden Anblick, daß man sich nichts Malerischeres denken kann. Gerade einzelnstehend oder kleine Gruppen bildend, verleiht die Palme der Landschaft einen Reiz, dem ich nichts Ähnliches in unserer Zone an die Seite zu setzen wüßte. Das haben auch die