Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 6 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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^5 In der Erkenntnis der Wahrheit förderte den jungen Forscher der Umgang mit einem Missionar und dessen Freunden. Um das (Christentum noch gründlicher untersuchen zu können, was er zu Hause nicht wagen durfte, entschloß w. sich, ins Ausland zu fliehen. Er kam inl Juli \88ty nach Breslau und erwartete hier eine Antwort auf eiu Schreiben, welches er an einen judenchristlichen Geistlichen in Amerika gerichtet hatte. Da geschah es, daß er eines Sonntags im Saal der schottischen Mission (Zwingerstraße) eine Predigt hörte, die für seinen Herzenszustand paßte und ihn tief erschütterte. Er ließ sich bei dem Prediger, Missionar Edward, melden und wurde von diesem sorgfältig unterrichtet. So fand er das völlige Heil, die Beantwortung aller seiner Frage,!, auch die Rraft, auf alle Güter, die er bisher genossen hatte, Familie und Vermögen, verzichten und den Haß seiner Blutsverwandten ertragen zu können. An seinem Tauftage, den er den glücklichsten seines Lebens nennt, erklärte er, er habe noch vor einem Jahr die Thristen als Heiden und Götzendiener betrachtet: jetzt wisse er, daß der Gott Israels und aller Rreatur bei ihnen sei. An den Jesus, den sie bekennen, den menschgewordenen und gekreuzigten Gottessohn, glaubt er „von der Tiefe seines Herzens." Er ist' davon überzeugt, daß dieser Jesus auch ihn selig machen kann, und daß ein voller Anteil seiner Gerechtigkeit auch ihm zukommt. Gott erhalle diesen lebendigen Zeugen von der Rraft des Evangeliums bei seinem Glauben! Der junge Mann befindet sich gegenwärtig in einer Anstalt, in welcher er für den Beruf eines Lehrers des Evangeliums vorgebildet wird. wir schließen unfern Bericht mit den beherzigenswerten Worten der Vorrede zu W.'s Taufbekenntnis: „Niemand erkennt Gott ohne göttliches Entgegenkommen. Rein geistiger Titan. . . vermag den Fimmel zu erstürmen. . . Wer Gott erkennen will, muß zum Rinde werden und sich an der Hand des Sohnes zu Gott führen lassen. Wer diesen von Gott durch Propheten und Apostel verordneten Weg verachtet, der bleibt im Tode und geht in die Verdannnnis." Aach Hause! $on Hause! Zu Hause! Der Mond schien klar und kalt, als ich in einer Herbstnacht \87G vor dem von den deutschen Truppen eingeschlossenen Paris auf Vorposten stand, hinter mir befand sich das ausgebrannte Schloß von St. Lloud, vor mir die Seine, links die Stadt St. Tloud, darüber hinausragend der Mont Valerien, rechts eine hohe Mauer, dahinter ein Nebenposten. Tiefe Stille herrschte ringsum, nur aus der belagerten Stadt tönte es von fahrenden Wagen und Eisenbahnzügen und von lärmenden Menschenmassen dumpf herüber. Dann und wann vernahm man aus der Ferne den Rnall eines abgeschossenen Gewehrs, manchmal auch das dumpfe Nöllen und Grollen eines Ranonenschusies von dem „Mnkel Baldrian." Fast feierlich war mir zu Mute. Da er-