Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 6 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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§2 Handlung (<£. Dülfer). Sie gewährt tiefe Einblicke in das Seelenleben eines unter dem Gesetze Israels ausgewachsenen, äußerlich gut gestellten jungen Mannes. b). IV. ist der Sofyn frommer jüdischer Eltern in Warschau. Der Großvater väterlicherseits war Rabbiner. Ein Vorfahr der Mutter stand an der Spitze eines Teils der abergläubischen und fanatischen Sekte der Thasidim, während ein noch lebender Verwandter derselben als das Haupt fast des ganzen Lhasidismus in Rußland und Österreich angesehen werden kann. Im Judentum streng erzogen, fand der Knabe und Jüngling in dessen Lehre?: und Bräuchen dennoch keine Befriedigung. „Mein geistliches Leben bestand in Aufregung", sagte er an seinem Tauftage von dieser Zeit, „da ich beständig im Kampf über geistliche Dinge lebte." Übertretungen der zahlreichen Gebote seiner väterlichen Religion inachten ihn: Sorge?:. Unter dem Flehen um Erleuchtung von oben suchte er zu erfahre?:, ob?nan nicht ohne so viele Gebote, durch den Glauben an Gott und die Liebe zu ihm und dem Nächste?:, Gerechtigkeit erlange?: könne. Auch andere Fragen bestürmten ihn, namentlich die folgenden: warum braucht das weibliche Geschlecht nur drei unbedeutende Gebote zu halten und ist von allen übrigen befreit, während doch Gott das Weib ebenso wie den Mann geschaffe?: hat und jenes derselben Stellung zu Gott teilhaftig ist wie dieser?*) Wodurch erlangt.?nan Sündenvergebung, da Buße ohne Opfer offenbar nicht genügt? Wie haben wir uns die Person und das Werk des Messias zu denken, den Israel Tag für Tag vergebens erwartet? Warum werden wir nun schon (800 Jahre lang von Gott verworfen und sind ohne Reich, Tempel, Hohenpriester. Altar und Opfer? w. suchte vergebens Antworte?: auf diese Frage?: zu erhalten. Die Gelehrte?:, an die er sich wandte, schalten ihn ei?:en „Min" oder einen „Epikuräer", oder verwiesen ihn auf de?: unbegreiflichen u?:d unwiderstehlichen Ratschluß Gottes. Auch das beruhigte ihn nicht, daß der Messias ei?:st alles erklären werde. Je mehr er über die?nessianischen Weissagungen nachdachte, desto mehr wurde es ihn: klar, daß?nan auf diesen (auf sein erstes Auftreten) garnicht mehr warten dürfe. Nach der heiligen Schrift soll der Messias Sohn Davids heißen und zur Zeit des zweiten Te?npels in Bethlehem gebore?: werden. Nu?: si?:d aber sowohl das Stam?nregister Davids als der zweite Te??:pel verschwunden. Wie kann?nan also den Verheißenen jetzt noch erwarten? W. war geneigt, zu glauben, was die Lhristen sagen: daß der Messias zur Zeit des zweiten Te?npels wirklich in der Person eines Ieschua (Jesus) geko?n?nen ist. Die Morgendämmerung brach i?: seiner Seele an. *) Missionar Edward bemerkt hierzu in seinem Vorwort?nit Recht, jene Behandlung des Weibes, die soweit geht, daß man es ihr als Sünde anrechnet, wenn sie das Gesetz studiert, sei ausreichend, das Widergöttliche des ganzen Rabbinis?nus zu beweisen. „Rur das Evangelium stellt die würde des weiblichen Geschlechts, welches vom Rabbinismus wie vom Islam in den Staub getreten ist, wollig wieder her."