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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 5 (1890) · page 4

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Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
5 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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der sich allen: Fleisch mitteilen soll. Auch die Sänger Israels schauen in die Zukunft und feiern den König oder den durch Leiden zur Auferstehung und Himmelfahrt gelangenden Hohenpriester, der alle Weissagungen erfüllen wird. Gemäß dem göttlichen Ratschluß, nach welchem neben Sem auch Ham und Iaphet in den Heilsbesitz gelangen sollen, betet Salomo (J. Kört. 8) für alle Völker der Erde und redet Iesaia (JJ, JO) von der den Völkern zum panier stehenden Wurzel Isai, sowie (25, 6 ff.) von dem auf dem heiligen Berge allen Völkern bereiteteir Mahle. Jona fordert die Heiden einer Stadt mit Erfolg zur Buße auf, aber Sacharia freut sich der Scharen, die dereinst aus allerlei Sprachen sich mit Israel vereinigen werden (8, 25 u. JH, 9). 5o blickte Israel mit bräutlicher Sehnsucht, ein Mose auf dem Nebo, ins Land der Verheißung. So seufzte es mit dem sterbenden Erzvater: „HErr, ich warte auf dein Heil!" Ls bewahrte seine Hoffnung, wie Simeon und Hanna zeigen (Luk. 2, 25 u. 38), bis in die Zeit der Erfüllung, die mit Jesu anbrach. Aber als nun die Bote,: des Erlösers umherzogen, da wurden sie von der Mehrzahl ihrer Volksgenossen verworfen und „um der Hoffnung willen Israels" (Apg. 28, 20: 23, 6 u. 26, 6 f.) angeklagt. Und noch heute wollen die meisten Glieder des Volkes der Hoffnung nicht sehen, daß in Jesu die Verheißung erfüllt, die Erlösung geschehen ist. wird es so bleiben? Ist für dies Volk keine Hoffnung mehr? D. Rebe deutet im elften Kapitel seiner Schrift an, wie die Antwort auf diese Frage lauten muß. Er zeigt, daß die christliche Hoffnung das ganze Menschengeschlecht umfaßt. „Aus allen wilden Bäumen werden Zweige dem guten Dlbaum eingepfropft werden." wir fügen mit Paulus (Röm. JJ, 2H: J7 ff.) hinzu: wie vielmehr wird es dem allmächtigen Gott möglich fein, die abgebrochenen Zweige dieses Baumes in denselben einzupfropfen! Die Juden in Algier. Ihre Anzahl in der Hauptstadt beträgt ungefähr ein Zehntel der ganzen Bevölkerung, d. h. JJ — Jo000 Seelen. Ihre Kleidung und Lebensweise sind mehr orientalisch als europäisch. Alles, was sie von den Franzosen gelernt haben, ist außerordentliche Höflichkeit. Sie sind sehr wohlhabend. Alle Besitzer von Däusern und Läden sind Juden. Alles, was in der Stadt reich und schön ist, gehört Juden. Aber trotz ihrer Wohlhabenheit, oder vielmehr wegen derselben, werden sie sowohl von Franzosen als Arabern aufs äußerste gehaßt. Der Name „Jude" gilt gleichbedeutend mit Dieb, Räuber, Betrüger und allem, was schlecht ist. Gegenwärtig sind hier und im ganzen Lande antisemitische Gesellschaften sehr zahlreich. Die Mauern von Algier sind mit große:: Plakaten bedeckt, welche judenfeindliche Kundgebungen in gehässigen und verächtlichen Ausdrücken enthalten. Die täglichen Zeitungen, deren Eigentümer seltsamerweise Juden sind, predigen beständig Verfolgung gegen die ausgestoßenen Israeliten, inden: sie ihre Leser -an die Volkserhebung gegen die Juden erinnern, die hier vor Jahren stattfand.

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