Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 5 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2554541-2554970-2554976--08932-2564998- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
35 Glaubens cm 3^um als den Messias laut wurden. Rabinowitfch, Lichtenstein, Scheinmannn (oder Schönmann) traten seit ^883 als Bahnbrecher auf. Delitzsch berichtete von ihrem Wirken und mahnte zur Fürbitte für sie, aber auch zur Förderung ihrer Arbeit durch die predigt. Darum stiftete er mit seinem Schüler Faber das leipziger Seminar zur Ausbildung von Iudenmissionaren. An Gegnern in verschiedenen Lagern fehlte es dem unermüdlich fleißigen Gelehrten nicht. Berechtigt ist der Vorwurf, daß er im Gegensatz zu Keil, mit dem er ein Bibelwerk herausgab, der neueren Bibelkritik zu viel Ehre erwies. In seiner Familie erlebte er manches Schwere. Gin Sohn, welcher als Militärarzt am deutsch-französischen Kriege teilgenommen hatte, starb bald nach der Rückkehr aus demselben-. Und noch ein anderer, ein hoffnungsvoller junger Theologe, ging dem Vater in die Ewigkeit voran. Sein eigenes Ende hängt mit seiner Liebhaberei für Blumen zusammen. Selten kam er ohne eine Blume in den Hörsaal. Die Freude an der gelben Hyazinthe führte ihn nach Holland. Aus diesem Anlaß nahm er ein Bad in der Bordsee. Das hatte eine ernste Erkrankung zur Folge, von der er sich nicht mehr völlig erholen konnte. Noch auf dem Krankenlager beschäftigte er sich mit jener Blume und schrieb eine Abhandlung über sie. Kurz vor seinem Tode wurde seine letzte theologische Schrift fertig: „Messianische Weissagungen in geschichtlicher Folge." Das Vorwort zu öerfcIBcit verfaßte er am 26. Februar. Das Dolkr der Hoffnung. So nennt General-Superintendent O. Nebe mit Recht das Volk Israel. In seinem Schriftchen: „Die Zeugnisse des Neuen Testaments von der Hoffnung" (Leipzig \888) ist bas Kapitel der religiösen Hoffnung dieses Volkes gewidmet, als dessen Sinnbild von dem Verfasser Aarons Mandelstab bezeichnet wird. Wie derselbe nachweist, war die religiöse Hoffnung bei Israel eine aus dem Stamme der Gottesoffenbarung, der Verheißung, erwachsene köstliche Frucht, nicht das Erzeugnis dichterischer Einbildungskraft oder einer über den Kummer des Lebens sich erhebenden Ahnung. Zu der grundlegenden Weissagung von dem Zertreter des Schlangenkopses kamen spätere hinzu, welche jene wach erhielten und näher bestimmten. wie Abraham aus das Land, die Nachkommenschaft, den Segen für die Welt, die ihm verheißen waren, hoffte (Röm. VJ8), so blickte sein Volk erwartungsvoll auf die Bilder eines gelben und eines Propheten, die Jakob und Mose gezeichnet hatten. Israel trug solche Hoffnungen in die fernsten Gegenden und wurde dabei von ihnen getragen, wie der, welcher das Gesetz hält, von dem Gesetz gehalten wird. Den Gefangenen und Thränen Säenden tröstete die Hoffnung auf die Erlösung und die Freudenernte. Als Männer der Hoffnung fragen die Propheten: „Hüter, ist die Nacht schier hin?" und preisen den mit dem ausgehenden Lichte beginnenden neuen Bund, den guten Ritten, der kommen, den Geist,