Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 5 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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einem kleinen Bücherhandel ernährte, blieb ihm bis zum Jahr (857 erhalten. Noch i.3- (836 erschien seine, von großer Renntnis der rabbinischen Litteratur zeugende Geschichte der späteren jüdischen Dichtkunst. Aber Missenschaft und Leben reichten sich bei Delitzsch immer die Hand. So hielt der junge Magister von (835—(8^2 regelmäßige Erbauungsstunden. In denselben lernte er seine spätere Lebensgefährtin kennen.. Und auch Iudenmission trieb er, nachdem er durch die Missionare Goldenberg, einen proselyten, und Tarl Becker, welche sich alljährlich bei der Leipziger Messe einfanden, dazu angeregt worden war. Ersuchte insbesondere seinem jüdischen Mohlthäter die größte Mohlthat zu erweisen. Ls wurde ihm die Freude zu teil, seine Bemühungen mit Erfolg gekrönt zu sehen, pirsch Levy trat am (0. Mai (8*(5, zwei Jahre vor seinen: Tode, zur christlichen Rirche über. Inzwischen war Delitzsch (8^2 Privatdozent der Theologie geworden. (8^6 erhielt er einen Ruf als Professor fürs Alte Testament nach Rostock, wo er (84(7 ein aus den Leipziger Lrbauungsstunden hervorgegangenes Werk, „Vier Bücher von der Rirche", veröffentlichte. Für seinen theologischen Standpunkt bezeichnend ist darin folgende Rapitelüberschrift: „Das pochen auf das Symbol ohne die Liebe —- dem HLrrn ein Greuel." (850 siedelte er nach Erlange:: über, Hier gründete er einen Iudenmissionsverein und rief (863 die dieser Mission gewidmete Zeitschrift „Saat auf Hoffnung" ins Leben. (867 kehrte er in seine Geburtsstadt zurück, der er nun bis zu seinem Tode treu blieb. In Leipzig stiftete er den lutherischen Lentralverein für die Mission unter Israel, an den sich allmählich mehrere Zweigvereine anschlossen. Lin anderer von Delitzsch begründeter.Verein, „Thirza", bot Gelegenheit zum Verkehr mit Juden, wie er diese gegen die ungerechtfertigten Angriffe eines Rohling und Justus kräftig verteidigte, so nahm er andererseits den Juden gegenüber die christlichen Lehren mit derselben Entschiedenheit in Schutz. Verschiedene Schriften, z. B. „Jesus und Hillel", „Der Messias als Versöhner", „Lrns1e Fragen.au die Gebildeten jüdischer Religion" (letztere Arbeit wurde von dem nordamerikanischen Prediger Daland ins Englische, von Mitgliedern des Inst. Jucl. in Genf ins Französische übertragen), legten den denkenden Israeliten die wichtigste aller Fragen vor: „Wie dünket euch um Thristus?" Um ihnen das Finden der richtigen Antwort zu erleichtern, übersetzte Delitzsch das Neue Testament in die Sprache des Alten. . (877 kam die erste Auflage heraus, während der Vorbereitung der achten Auflage ist der Übersetzer von hinnen geschieden. Die Hoffnung, welche dieser (877 aussprach, hat .sich schon bisher vielfach erfüllt: „Der HLrr, der durch die Londoner Übersetzung viele jüdische Leser zur Erkenntnis seines Lhristus gebracht hat, wird auch das Mittel dieser neue:: Übersetzung nicht verschmähen." Viele tausend Exemplare seines hebräischen Neuen Testamentes wurden in Rußland und Österreich abgesetzt. Ls erschien als eine Antwort auf die Stimme des Evangeliums, die durch diese Vermittlung an das Bhr der dortigen Iudenheit gedrungen war, als in den letzten Jahren aus der Mitte derselben Rundgebungen des