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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 5 (1890) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
5 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ilffo WmM. A Ein Monatsblatt für Israeliten und Freunde Israels. Ur. 5. — 46. Jahrgang. — 1890. y I___I Inhalt: Franz Delitzsch. — Das Volk der Hoffnung. — Die Juden in Algier. — Kleine jüdische Chronik. — Kurze Missionsnachrichten. — Bücherbericht. — Empfangsbescheinigung. Frau? Delitzsch. vom J6. 2Tccir5 v. 3ist der letzte Brief datiert, welchen der am März d. 3-/ morgens nach 6 Uhr, entschlafene berühmte Leipziger Theologe an den Herausgeber dieser Zeitschrift richtete. Das Schreiben offenbart jene wunderbare Geistesfrische, die auch den Greis nicht verließ. Delitzsch dankt in demselben für die auf seinen U)unsch ihm zugesandten Mitteilungen über den „Fall Bernstein", bezw. die in Verbindung damit gegen das 3udentum erhobene Beschuldigung. „3ch habe nicht übel Lust, noch einmal drein zu schlagen", fügt er hinzu. Am Schluß heißt es: „Line Gottesgeißel ist dieser Blutverdacht." Die Unterschrift lautet: „Freundschaftlich 3hr durch das Blut 3esu Thristi verbundener Delitzsch." Das ist der größte Trost für alle, die jetzt um ihn trauern, zu wissen, daß ihm das Blut des Lammes Gottes das höchste Gut seines Lebens war. VOas Offbg. 7, u. \2, U geschrieben steht, gilt auch von diesem Unecht des HErrn. Geboren wurde Delitzsch von christlichen Eltern am 25. Februar in derselben Stadt, in welcher er heimging. ^0 Tage alt, empfing er in der Nikolaikirche zu Leipzig die heilige Taufe. Sein Vater, 3ohann Gottfried Delitzsch, stammte aus Leisnig, sein Großvater aus wendisch- Luppa. Die Eltern lebten in dürftigen Verhältnissen und waren gewiß sehr dankbar, als sich ein 3sraelit, pirsch Levy, des Heranwachsenden begabten Rnaben mit Bat und That annahm. Der Kern des Christentums blieb dem letzteren während der Schuljahre verborgen. Auch nachdem er die Universität bezogen hatte, stand ihm die Person 3^su noch im Hintergrund. Er beschäftigte sich zunächst eingehend mit der Philosophie, namentlich der Fichteschen. Da war es ein Studiengenosse, der als lutherischer Pfarrer in Nord-Amerika verstorbene Schütz, welcher ihm zu der Erkenntnis verhalf, daß in 3?su alle Melträtsel gelöst werden, und ihn veranlaßte, in den Thomasruf einzustimmen: „Mein IfErr und mein Gott!" Fortan studierte Delitzsch fleißig Theologie, vor allem die Bibel selbst, hierdurch, sowie infolge des Verkehrs mit christlichen Familien gelangte er zu einer immer festeren Glaubensüberzeugung. {85% verließ er, erst 2 f jährig, die hohe Schule. 3m folgenden 3ahre erwarb er sich in der philosophischen Fakultät den Titel eines Magisters. \836 starb sein Vater. Die Mutter, die sich nun mit

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