Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 4 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- Beirut 1× ep/1047833
- Tunis 1× ep/1048155
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M, so komm in Jesu Namen, Um Vergebung Deiner Sünden, Frieden, Kraft und neues Leben vor dem Gnadenstuhl zu finden! Wasche das Gewand der Seele Täglich in der Tempelquelle l Der Schechina Gnädenfonne Bleicht des Beters Kleider Helle. Samuel vergleichbar, wachse Auf in diesen Tempelhallen, Selbst ein Kind des ew'gen Vaters, Seine Lust und Wohlgefallen, Bis in Dir erklingt das neue Lied in seligen Akkorden, Bis Du selbst des heil'gen Geistes Tempelheiligtum geworden. _ Magnus. Airs Jerusalem. Talitha Kumi, den 3. Dezember ^669. Gestern endlich kam die Kaiserswerther Kiste hier an und brachte auch die Gaben Ihres Vereins, für die ich Ihnen allen recht von Kerzen danken möchte. Unser Haus ist übervoll, hat \2o Kinder. Sehr viele mußten aus Mangel an Raum abgewiesen werden. Ls ist eine gar bunte Schar, kommend von Tripolis, Tunis, Damaskus, vom Libanon, von Beirut, Jaffa, Lidda, Ramleh, allen Teilen Galiläas. Aus Nazareth haben wir schon sehr viele Kinder gehabt. Eine lange Reihe von Jahren folgte immer eine Lehrerin der andern für die dortige Mädchenschule, wenn die vorhergehende sich verheiratete. Jetzt erzieht nun das dortige Mädchen-Waisenhaus selbst seine Lehrerinnen, aber noch sind in vielen Teilen des Landes unsere Kinder,als Lehrerinnen thätig. In Rafidia bei Nablaus ist eine, die schrieb mir: „Kinder unterrichten und erziehen ist doch das Schönste, was es auf der Welt giebt." Auch ist schon manche Diakonissin aus unserm brause -hervorgegangen. Sehr viele sind in Dienst. Man begehrt hierzu viel mehr Zöglinge, als wir liefern können. Der größte Teil der Entlassenen heiratet und bringt dann, so der HErr Gnade giebt, einen andern Geist in das eigene Heim. Alle entlassenen Zöglinge 1« der Stadt werden regelmäßig besucht, wöchentlich immer 2 bis q. von zwei Schwestern. Einmal monatlich kommen wir in unserm Hause '-in' der Stadt, dem Hospitale, zusammen, um für die Armen Kleidungsstücke zu nähen. Da geht es oft lebhaft zu, weil die jungen Frauen ihre kleinen Kinder -nitbringen müssen, auch vielfach ihre Mütter und Schwiegermütter. Die angefertigten Kleidungsstücke werden dann am 2. weihnachtstage im unserm Hospitale Verteilt, wozu ein selbstgebackenes Kuchenbrod kommt. Freilich gehören die meisten der Mitglieder dieses Armenvereines selbst zu den Armen, denen beschert wird. Mit-den auswärtigen entlassenen Zöglingen stehen wir in lebhaftem Briefwechsel. Sie fragen, ob in der Anstalt jüdische Kinder sind, wir haben nur eins -seit einem halben Jahre, und auch das würde nicht hier sein, hätten die Eltern uns dasselbe nicht von Tairo gebracht ohne vorherige Anfrage, und hätten sie nicht so dringend gebeten, die Kleine doch zu behalten. Neulich schrieb sie ihren Ellern: „Ich bete jeden Tag zum lieben Heilande." In früher« Zeiten hatten wir viele Iudenkinder; seitdem aber die Engländer eine Schule nur für solche und Mr proselytenkinder errichtet haben, und da keine andere Anstalt für arabische Kinder (Mädchen) vorhanden ist, nehmen wir keine Iudenkinder mehr. Das Singen unserer arabischen Kinder bei unserm früher« Nachbar, dem Iudenmissionar Josef, hat aufgehört, da er weit von uns verzogen ist und seine Versammlungen auch nicht mehr von Juden besucht werden. Bemerken wollte ich Ihnen noch, daß der hiesige Iudenmissionar Hanauer, von dem Ihr Blatt einen Aufsatz über die Feier des Gründonnerstags bringt („D. L." ^889 Nr. q.), noch mein Schüler gewesen ist. Ich bin nämlich mehr als 36 Jahre hier. Es sind nur noch einige wenige von dieser Zeit her in Jerusalem. Am vorigen Palmsonntag wurden sieben unserer Zöglinge konfirmiert, darunter zwei, die. der griechischen Kirche angehört hatten, und ein Kind, dessen Eltern römisch-katholisch sind. Das eine Mädchen hatte bereits vor neun Jahren unsere Anstalt verlassen und hatte in einer englischen und einer arabischen Familie gedient. Sie konnte schließlich nicht mehr in ihrer Kirche bleiben und bat dringend um die Konfirmation. Ich hatte sie als zweijähriges Kind ausgenommen, als ihr Vater verunglückte und die sehr arme Witwe in großer Nop. war. Diese