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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 4 (1890) · page 8

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Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
4 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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32 Mirjam, in Bietjala bei Bethlehem daheim, hat dann viel durchzukämxfen gehabt. Ihr Onkel, ein sehr fanatischer, höchst unwissender Priester in Bietjala, war wütend, bot alles auf, die Konfirmation zu verhindern. Mirjam kam mit der gütigen Erlaubnis ihrer Herrschaft zweimal wöchentlich hierher zum Unterrichts und unser Pastor Schlicht hatte seine Helle Freude an diesem Mädchen. Ihr Eifer war groß, ihr Verständnis tief, ste erfaßte mit dem Kerzen. Das Wort Gottes,, das sie während ihrer Schulzeit reichlich gehört und gelernt hatte, bewies recht seine Gotteskraft an ihr. Bis zum Morgen des Konfirmationstages war Mirjam, immer noch in Sorge, die Verwandten möchten Gewalt brauchen und sie fortfchaffen, so daß ihre Herrschaft sie auf einem Umwege zur Kirche begleitete. Als Drohungen und Verfprechnngen nichts halfen, versuchte man Gewalt und wollte sie verheiraten. Man sagte ihr, verheiratet werde sie unter allen Umständen; komme sie nicht gutwillig zur Kirche, so werde sie von Soldaten zum Altar geschleppt. Die arme Mirjam, die hier so viele solche Gewaltthaten erlebt hat (wurde doch noch vor einiger Zeit in Beitjala einem verheirateten Manne die Frau weggenommen und ins Kloster gesteckt), war in großer Angst und glaubte, man könne sie zwingen. Erst als ich ihr erklärte, das könne nie geschehen, da sie nach türkischen Gesetzen volljährig sei, also auch frei entscheiden könne, beruhigte sie sich. Freilich, hätte man sie in der Gewalt gehabt, in Beitjala, so hätte man gewiß. Zwang angewandt. Am Nachmittage des Palmsonntags, als Mirjam mit den andern Neukonfirmierten mit uns den Festkaffee trank, war sie die glücklichste der sieben. Ihr Eifer hat auch noch nicht nachgelassen, mit Sehnsucht erwartet sie den Sonntagnachmittag, wo sie zur Bibelstunde, vielmehr Bibel-Besprechung kommen darf. — Jetzt sind wieder fünf unserer Mädchen im Konfirmandenunterricht, unter ihnen vier Griechinnen (eine von Tripolis), die alle die schriftliche Erlaubnis ihrer Angehörigen haben, zur evangelischen Kirche übertreten zu dürfen. Der HLrr mache alle treu! Noch eine wünscht sehnlich konfirmiert zu werden, auch eine Griechin, doch voraussichtlich würde diese nicht die Erlaubnis ihres Onkels und Vormundes bekommen, oder doch später gezwungen werden, einen Griechen zu heiraten. So habe ich sie vertröstet, zu warten, bis sie volljährig sei, so wie Mirjam, und das will sie nun thun. Charlotte Pilz. Zur Statistik. In den alten preußischen Provinzen traten im Jahre *888 240, in Österreich-Ungarn in derselben Zeit 922 Juden zum Christentum über, die meisten, unter den letzteren, nämlich 76*, in Wien. — Die jüdische Gemeinde zu Berliu nahm in den Jahren *886 bis 68 von **065 Steuerzahlern 608 708 Mark ein. Der Etat weist eine Einnahme und Ausgabe von 3 487 922 Mk. auf. Die Gemeindein Köln zählt *303 steuerpflichtige Mitglieder. — Das Königreich Sachsen hat **000 jüdische Einwohner; 208* jüdische Kinder besuchen die öffentlichen Schulen. Galizien zählt jetzt 686 596 Juden. Von den 89 539 jüdischen Einwohnern Böhmens leben 2* *69 in Prag. Im Schuljahr *888 gab es in Ungarn unter *6 622 Schulen 55* jüdische. In drei Komitaten findet sich nur das Lheder. Von *23 673 jüdischen Schulpflichtigen erfüllten nur 99 *68 ihre Pflicht. Unter den 24379 Volksschullehrern waren *0*2 Juden. Nur 3 Schulen haben deutsche, 50 ungarisch-deutsche und 498 ungarische^ Unterrichtssprache. Die Universität Budapest wurde *889 von *072 jüdischen Studenten besucht. Serbien besitzt 2 *00 000 Einwohner, von denen etwa *0000 Juden sind. Im Großherzogtum Luxemburg leben 666 Juden unter **00 Protestanten und 200 000 Katholiken. Tunis hat eine jüdische Bevölkerung von 40000 Seelen. In j)aris studierten im letzten Jahr unter 240 Russen 200 Juden und Jüdinnen. Als im Jahre *84* das evangelische Bistum in Jerusalem gegründet wurde, zählte Palästina im ganzen 8000 Juden. *863 waren es 20000. Jetzt sollen es 70000 sein. Jährlich wandern *0 000 Juden in Palästina ein. Herausgeber: Pastor w. Becker, Breslau, Brüderstraße 3F I. — Preis des Jahrgangs (*2 Nummern): 60 Pfennig. Druck und Aomniisfionsverlag von Carl Dnlfer, Breslau, p>almstraße 5.

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