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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 4 (1890) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
4 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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30 alle Gaben und Kräfte, daß er Heilsgüter sammle und, so viel eo kann, Hlück und Segen verbreite; darum erfüllt er ihn mit dem Wesen der Liebe, daß der Mensch opferfreudig sich nie genug thut und gerne alles verläßt, um (Lhristo nachzufolgen, ihm zu dienen und sein Genosse und Freund zu sein. Wer also Christi Geist nicht hat, wer ihn nicht mag, ihm widerstrebt, ist nicht sein. Wer ihn aber hat, d. h. ihn aufnimmt, ihn in sich walten läßt, der ist sein, der führt hier sein, d. h. Christi Leben und thut nach seinen Worten, der kommt hier schon zu seinem Genüsse und seiner Herrlichkeit. Ich habe daher an Sie nur die eine Bitte,, daß Sie Christi Wort stets bewahren und es befolgen. Wer Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein! Du aber, o Vater der Barmherzigkeit, erfülle das Herz dieser Deiner Tochter mit Deinem Geist in reicher Fülle und versiegle sie damit auf den Tag völliger Herrlichkeit durch Iesum Christum, unfern HErrn! Amen. Das Gebet in Auf Morija's Höh' — die heil'ge Bundeslade mitten innen — Ragte hoch empor der Tempel, Marmorweiß mit gold'nen Zinnen. Hier zu wohnen, ließ sich nieder Gott in seines Volkes Mitte. Aufwärts trugen Rauchessäulen Zu Jehova Dank und Bitte. Hier ja fand die Himmelspforte, wer da wollte vor ihn treten, bner des Höchsten Audienzsaal, Wer erhörlich wollte beten. Jährlich am versöhnungstage Sühnte hier man aller Sünden, Bis die ewige Erlösung War auf Golgatha zu finden. Heil'ge Stätte, wo so nahe Erd' und Himmel sich berührten, Gläubige ein Friedenswehen Schon vom Paradiese spürten! Ort der Offenbarungswahrheit, Allerheiligster auf Erden, Weissagung, daß sie soll einstmals Selbst ein Tempel Gottes werden! So geschah's, daß sich die Söhne Israels dorthin begaben, Um im Vorhof darzubringen Dankgebet und Opfergaben, Daß sie, schon von fern zu schau'n des Tempels Pracht, sich glücklich schätzten Und im fremden Lande betend Sich im Geist dorthin versetzten. Zu ihm zieht der Kämm'rer von der Königin der Mohrenstaaten, pilgert Simon von Lyrene, Europäer, Asiaten. f Pastor prim. A. Uarnerr Jesu. Und es kniet im fernen Babel Daniel mit heißem Flehen vor den Fenstern, die nach Zions Tempeltrümmern offen stehen. Ben Hallevi, span'scher Dichter, Wünscht sich heim aus Spaniens Landen, Um den Staub nur zu betreten, Wo der Tempel einst gestanden. O Verblendung! Denn der wahre Tempel war in niedrer Hülle Längst in Lhristo schon erschienen Mit der Gottheit Gnadenfülle. Christus selber ist der Tempel. Seine heil'ge Leibeshütte Stand hinieden auf der Erde, Stand in seiner Jünger Mitte, Die im Wahn vom Volk zerbroch'ne. Nach drei Tagen aufgebaute, Durch die des allmächt'gen Gottes Heiligkeit und Liebe schaute. Köstlich ist es, durch die Pforte In den Tempel einzutreten: Gott, den HLrrn, in Geist und Wahrheit Durch den Heiland anzubeten. Nicht nur thront er hoch im Himmel: Er umfängt auch hier die Seelen, Die den Seelenbräut'gam sich zu Ihrem ew'gen König wählen. Köstlich ist's, zu jeder Stunde Sich zu nah'n den Tempelstufen Und im Namen Jesu betend Gott den Vater anzurufen. Nicht wie einst zu zieh'n gen Zion In ein äußerlich Gebäude: Sich in Jesum zu versenken — Das ist unsre Lhristenfrende.

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