Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 4 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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29 ziehen in das durch Lhristum gestiftete Reich Gottes, den drängt es -diesen Übertritt, der offenbar ein segensreicher Fortschritt ist, zu Vollziehen. Allein es kommt hier nicht nur auf die Vollziehung einer äußeren Handlung, sondern auf das Teilhaftigwerden des Geistes an, den Lhristus den Reinigen erteilt, denn „wer Lhristi Geist nicht hat, -der ist nicht sein!" Durch das Sakrament der heiligen Taufe werden wir Lhristi Eigentum. Wir empfangen dadurch das Anrecht, die Vollmacht, Rinder Gottes und Erben des ewigen Lebens zu sein. Aber soll dieser Segen der Taufe in vollem Sinne des Wortes unser werden und unser bleiben, so bedürfen wir auch des Geistes, der uns instand setzt, ihn uns anzueignen und festzuhalten, ihn uns zu bewahren und zu verwenden, ja dadurch Frucht zu schaffen fürs ewige Leben. Was hat es nun für eine Bewandtnis mit diesem Geist? Der Geist ist das eigentliche Wesen alles wahren Lebens, er waltet in tiefster Verborgenheit, aber die Erzeugnisse dieses waltens treten hervor und nehmen Gestalt an in Wort und Werk, wer in das Wort und in das Werk jemandes eindringt, der erfaßt seinen Geist, der wird von ihm erfaßt, fo daß er seiner teilhaftig und von ihm beeinflußt wird. Lhristi -Geist hat sich ausgesprochen in seiner Lrlösungsthat und im Evangelium, das von ihm, sowie von seinem Werke handelt, wer mit seinem Geiste sich in dieses Evangelium hineinversenkt und darin forscht, wer es zu seinem geistigen Lebensbrot macht, wer dadurch immer tiefer in Lhristi geheimnisvolle Person und seine Marter eindringt, den weht auch aus diesem allen sein Geist immer mächtiger an, er erfährt seinen erleuchtenden und beseligenden, seinen reinigenden und bildenden Einfluß immer mehr, denn er faßt diesen Geist also, daß er mit Lhristo in die innigste Gemeinschaft tritt, ja mit Lhristo Ein Geist wird. Wer also Lhristi Geist hat, der ist sein; wer ihn nicht hat, der ist nicht sein. Und warum ist es also? Der Geist des HErrn ist der Geist der Wahrheit, der in alle Wahrheit leitet. Er führt nicht bloß immer tiefer in die von Gott geoffenbarten Wahrheiten und den Heilsrat und die Heilsthat Gottes ein und neigt den Geist immer mehr zu Gott hin, so daß ihm aus jenem Kraft und Trost, Friede und Freude in reicher Fülle zuströmt, sondern er führt ihn in die eigentliche wahrhafte Gerechtigkeit, so daß der Lh-rist nichts von sich will, sondern Gottes Reich und seine Gnade, daß er in Lhristo Jesu hier will gerecht und dort ewig selig werden. Dieser Geist ist der Geist der Heiligkeit, der selbst heilig ist und auch heilig macht, wem solcher Eingang in das innerste Wesen des Lhristentums verstattet ist, der scheidet zunächst das, was Gott mißfällig ist, aus, um durch die enge Pforte ins ewige Leben einzugehen; er will im Heiligtum wandeln, wo der Heiland mit seinem beseligenden Frieden seine Stätte hat. Da erneuert er die Menschen zum Bilde Gottes von innen und von außen, damit sie für -die ewige Gottesgemeinschaft nicht nur empfänglich, sondern auch würdig werden. Dieser Geist ist ein Geist des Lebens, und zwar des Lebens aus Gott und in Lhristo. Darum schenkt er dem Menschen