Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 4 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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27 Abschied und man beschloß, die Kinder ihrem dringenden Wunsch gemäß zu behalten. Auf Anordnung der Kommissare wurden die drei Mädchen nun längere Zeit öffentlich in der Kirche unterrichtet. Dabei erlaubte man den Eltern und andern Juden, ihre Linwände gegen die christlichen Lehren zu machen. Nach Beendigung der Vorbereitung legten die Schülerinnen vor einer zahlreichen Gemeinde ihr Bekenntnis ab und empfingen von Prediger Kamaan die heilige Taufe. Sie hießen fortan: Konstantin« Friederika, Sophia Johanna und Maria Lhristina. Den Zunamen „Lsirtentreu" hatten sie sich selbst erwählt. Bei ihrer Taufe wurde gebetet: „HLrr Jesu, wirke Du in aller Kinder Herzen eine solche Liebe zu Dir und Deinem Kreuzestode durch Deinen heiligen' Geist vermittelst Deines göttlichen Wortes, damit diese Iudenkinder nicht einmal an jenem Tage viele Christen verdammen helfen! Aber auch in uns wirke eine solche inbrünstige Liebe, daß unsere Kerzen mit dem Kerzen Jesu, unseres HLrrn, seien! Amen." Line Beschreibung dieser Begebenheit, die unter König Friedrich II. im Druck erschien, wurde im Jahre \825 zu Gütersloh wieder aufgelegt. Sie ist die Quelle der obigen Lrzählnng. Nach 3. de le Hot (Die evangelische Christenheit und die Juden I, S. 373) fand die Taufe jener jüdischen Kinder am April \7\7 statt. Ebenderselbe erwähnt, daß das Kirchenbuch von St. Marien später die Verheiratung der Mädchen mit christlichen Handwerksmeistern melde. II. Line Schülerin der Missionsarbeitsschule in Konstantinopel erhielt kürzlich einen Besuch von ihrem Großvater. Dabei fand das folgende Gespräch statt: Kind. Ich liebe Iesum so sehr, Großpapa. Hast Du Ihn lieb? Der alte Mann. Liebst Du den Großpapa? Kind. Ja, sehr!- Der alte Mann, wen liebst Du mehr, mich oder Iesum? Kind. Iesum, natürlich. Der alte Mann, wer giebt Dir Kleidung, Nahrung und alles? Kind. Jesus giebt uns alles, was wir brauchen. Der alte Mann. Du böses Kind! Kind, warum sind die Juden so blind, Großpapa? Sie sehen den nicht, der alles für sie thut, der sein Leben für uns alle gab! Der alte Mann umarmte das Kind und verließ nachdenklich das Haus. wer kann sagen, was in seiner Seele vorgegangen ist? Aber wir wissen, daß der HLrr in seiner allweisen Führung manchmal ein schwaches Werkzeug braucht, um große Erfolge hervorzubringen. Die Mittel, die die Menschen verachten, haben oft starke Feinde verwirrt. So kann das predigen dieses Kindes des Großvaters Herz gerührt haben, welches vielleicht auf den Trost Israels wartete, wie Gamaliels Vater kann er noch dahin gebracht werden, in dem, der ihm von einem