Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 2 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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heimgesucht. woher sonst das Strafgericht der {8 Jahrhunderte dauernden Verbannung? Vgl. 3. Mose 26 u. 5. Mose 28. wie können Sie die Feinde Jesu mit Abraham vergleichen, der Gott seinen Sohn opfern wollte, da die Beweggründe in beiden Fällen so ganz verschieden waren? Die wahre jüdische Religion ist nicht, wie Sie annehmen, das Judentum der „Grundsätze", sondern das Christentum Christi und seiner Apostel.. Möchten Sie die herrliche Frucht sehen und genießen, welche aus dem Boden des alten Bundes erwachsen ist! „Von diesem (Jesus) zeugen alle Propheten, daß durch seinen Namen alle, die an ihn glauben, Vergebung der Sünden empfangen sollen". Kurze MWousrmchrichterr. Der Berliner Iudenmissionsgesellschaft gewährt auch Kaiser Wilhelm II. die ihr von seinen Vorfahren bewilligte jährliche Beihilfe von 900 ITC. Unter den mancherlei erfreulichen Erfahrungen, die sie in der letzten Zeit machen durfte, steht die obenan, daß ein Israelit, welcher vor Jahren christlichen Unterricht empfangen, diesen aber vor der Taufe aufgegeben hatte, auf seinem Sterbebett um das Sakrament bat. Seit dem Juli v. I. wirkt im Auftrag der Gesellschaft Missionar Gottlieb unter den 50—60000 Juden der rumänischen Stadt Jassy. Die. Gesellschaft überschreitet mit diesem neuen Werk, zu dessen Übernahme sie von dort ausdrücklich berufen wurde, zum erstenmal die Grenzen Deutschlands, wie dies schon früher der bayrisch-sächsische Verein mit der Begründung einer Missionsstation in Czernowitz gethan hat. Daß Gottlieb in Jaffy mit erbitterten Gegnern des Christentums kämpfen muß, läßt die kürzlich daselbst erschienene, auf einer geradezu bodenlosen Kritik ruhende Schmähschrift gegen das Evangelium Matthäi erkennen. Ihr Verfasser, Dr. med. Lippe, ist Präsident des dortigen jüdisch-litterarischen Vereins. — Der unter der Leitung des reformierten Pastors Deiß in Lübeck stehende kleine, aber sehr eifrige Missionsverein vereinnahmte im letzten Jahr 2^4^ M. (gegen 4796 im Vorjahr). Darunter waren 300 M. für die Mission unter Israeliten. . Lin Sechstel von dieser Summe wurde unserer Breslauer Mission gütigst zugewandt. — Nach dem 6. Jahresbericht des judenchristlichen Gebetsbundes besitzt derselbe jetzt 530 Mitglieder, von denen 45 in der anglikanischen Kirche das Predigtamt bekleiden. — Die Gegner des Rabbiners Lichtenstein inTLpio-Szele bemühen sich vergeblich, die Stimme dieses ihnen so unbequemen Zeugen der Wahrheit zum Schweigen zu bringen, wie er ihre Angriffe aufnimmt, zeigt ein an Prediger Moody in Budapest gerichtetes Schreiben. „Mein Meister", so heißt es darin, „hat mich gelehrt, die Bosheit in aller Demut zu ertragen und» den Mantel der Liebe auf die menschlichen Schwachheiten zu werfen mit den Worten des Sohnes: „Vater, vergieb ihnen, denn sie wissen nicht, was sie thun!"" Getauft ist Lichtenstein bis jetzt noch nicht. — Der \o. Jahresbericht der Kirchlichen Iudenmissionsgesellschaft in New-Pork zeigt, daß dieser Verein in 25^ Städten der vereinigten Staaten seine Thätigkeit ausübt. — Ungefähr 200 Jahre vor Christi Geburt entstand eine jüdische Ansiedlung in der chinesischen Provinz Honan. Als der römische Missionar Ricci im \7. Jahrhundert sie kennen lernte, besaß sie eine. aus dem Jahr \\6q. stammende Synagoge. \866 kam ein evangelischer Missionar, Dr. Martin, von Peking aus dorthin und fand die 3—q.00 Seelen zählende jüdische Gemeinde nahezu aufgelöst. Martin predigte ihnen die Erfüllung des Gesetzes und der Propheten durch Jesum. Infolgedessen reiste ein besonders begabter Israelit nach Peking, ließ sich genauer unterrichten und kehrte als Christ in seine Heimat zurück, vor seinem Tode bewog dieser Mann (er hieß Gao) seinen einzigen Sohn, den Heiland zu suchen. Auch diesmal trug das Evangelium einen Sieg davon. Der junge Mann, der auf Grund mehrerer glücklich bestandener Prüfungen Beamter geworden war, empfing in Nanking die heilige Taufe. Gegenwärtig wirkt er wahrscheinlich als Evangelist unter den Seinen.