Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 2 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2554541-2554970-2554973--08904-2564967- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
\0 leben steht und geht, dann müssen wir bekennen, daß der Glaube, durch den unsere Väter stark waren, uns mehr und mehr abhanden kommt." Nach seiner Ansicht sind zwei Dinge nötig, um einen besseren Zustand herbei zu führen: eine synodale Einheit und Organisation und eine bessere Sabbathfeier mit reger Teilnahme von Jung und Alt am Gottesdienst. — Jakob 5. Jakobson von Atlanta findet, daß die Schuld zunächst und zumeist an den Rabbinern liegt. Ihre Lehre und ihr Verhalten muß anders werden. Nicht Wissenschaft, sondern Religion müssen sie lehren. Sie dürfen sich nicht, wie bisher, so kläglich abhängig fühlen von ihren Gemeinden. Die Religion ist zu lehren, aber auch zu üben im Leben. — I. Epstein von St. Louis findet den Fehler zunächst in der Familie. Die jüdische Familie ist nicht mehr, was sie war: ihr fehlt der religiöse Geist. Das muß anders werden. So müssen auch die Lehrer in den Sabbathschulen ihre Aufgabe besser auffassen und lösen. Eine Stunde am Samstag und zwei Stunden am Sonntag sind nicht genügend, um hebräisch, den Katechismus und jüdische Geschichte zu lehren. — Joseph Bogen von Mississippi bemerkt, daß die Jugend mit der Konfirmation ihre Religion nahezu abschließt. Von dem Zeitpunkt an hört ihre Fühlung mit dem Glauben auf. Sie folgen von da an dem Beispiel der Alten in ihrer Entfremdung gegenüber der Synagoge. — Isaak Schwab von St. Joseph, Mo., hält es für nötig, daß die beste,: und fähigsten Rabbiner und Laien sich vereinigen, um Maßnahmen zu ergreifen, allgemein verbindliche Normen herzustellen. Nur durch eine Synode läßt sich dieses Fehlende erreichen. Lin solcher Körper von gelehrten, gewissenhaften und besonnenen Männern wird am Ende außerordentliche Maßregeln einführen und durchführen müssen, aber nur dadurch läßt sich die so nötige religiöse Erweckung bei Jung und Alt zuwege bringe. — VCtovxfy Eisenberg von New-Orleans weiß kein anderes Mittel als die Mütter. Die Mütter in Israel müssen ihre Aufgabe besser verstehen und lösen, sonst ist keine Hoffnung für das Heranwachsende Geschlecht. Thun sie dies aber, dann wird es eine herrliche Auferstehung des Judentums herbeiführen. — Zorndorf, lange Zeit in Detroit, jetzt Lehrer am vorerwähnten Institut, sagt: „Es giebt wohl kaum einen Zweig des jüdischen Lebens, dem nicht eine Erneuerung und Erfrischung not thäte. Zugestandenermaßen hat der Familienherd neuerdings unterlassen, seine Pflicht zu thun. Wir müssen uns den Gehorsam und die Willigkeit der Rinder zurückerobern, damit die Religionsschule ihre Arbeit völlig thun kann. Aber auch mit den Erwachsenen muß es anders werden." — S. H. Sonnenschein von St. Louis schreibt: „Sorget, daß eine Synode zusammen kommt, bestehend aus 70 gelehrten Juden, geistlichen und weltlichen Standes, in New-Pork oder Cincinnati: dann werdet ihr einen festen Grund gelegt haben für die Gegenwart und für die Zukunft. Die Rabbiner allein können nichts thun. Sie brauchen die Mithilfe der Besten unseres Volkes. Gott wird sein auserwähltes Volk nicht verlassen, aber wir sollten unsere Schuldigkeit thun." — Jakob Voorsänger von Texas bemerkt ohne Bedenken, daß die Rabbiner selbst nicht wissen, was das Judentum ist — wenigstens gehen ihre