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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 1 (1890) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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7 Seltenheiten gehörte, bildete der merkwürdige Fall den allgemeinen Gesprächsstoff, und die Runde drang auch in die königliche Burg nach Ofen, wo der Palatin Josef mit seiner Gemahlin Maria Dorothea residierten. Die letztere, an dem Schicksal des Fremden lebhaften Anteil nehmend, sandte ihren Leibarzt zu demselben, und diesem gelang es auch wirklich, den schon Totgeglaubten zum Leben zu erwecken. Die Erzherzogin besuchte den langsam genesenden Geistlichen fast täglich, und so reifte der Plan, eine schottische Missionsschule in Ungarn zu errichten. Der erste Seelsorger, der hieher gesendet wurde, war Dr. Duncan, ein gar merkwürdiger Mann. Mit allen Gaben des Geistes ausgerüstet, war er von einer solchen Zerstreutheit, daß er damit jedem deutschen Professor den Rang ablief. Einige Proben dieser Eigentümlichkeit gab der Redner seinen Zuhörern zum Besten. Zur Zeit des Freiheitskrieges verließ Duncan Ungarn, vierzehn Jahre lang gab es jetzt keinen Missionar in Budapest, während dieser Zeit nahm sich Superintendent Török der verwaisten Missionsschule an, bis im Jahre *863 die Pastoren Moody und König hierher kamen. Im Jahre *869 wurde dann das Schulhaus gebaut, das nun schon zu eng ist, um die große Schar der Zöglinge zu fassen. Auf die sehr beifällig aufgenommene Rede von Pastor Moody folgten noch Ansprachen des Pastors König, des emeritierten Oberseniors Lang, der Herren Victor, Buss und Dr. Lippner. Lehrer Rau trug ein Gedicht vor. Die Ansprachen wechselten mit Thorgesängen und Musikvorträgen ab. Den Schluß der Feier machten ein von allen Anwesenden gesungenes Lied und ein Gebet. Auch auf diesem Wege sprechen wir den Freunden in der Hauptstadt Ungarns unsere freudige Teilnahme und die herzlichsten Segenswünsche aus. Kleine indische Chronik. In Breslau wurde eine Synagoge für Jugendgottesdienste eingeweiht. Rabbiner Dr. Neustadt hielt die weihepredigt. Die „hebräische Unterrichtsanstalt" in Breslau feierte am 6. Juni v. I. ihr 25jähriges Bestehen. Sie besteht jetzt aus 7 Knaben- und 3 Mädchenklassen und wird seit ihrer Gründung von dem ebengenannten Rabbiner geleitet. — Zu den vom deutsch-israelitischen Gemeindebund veröffentlichten „Grundsätzen der jüdischen Sittenlehre" erklärten 209 Männer, darunter \7\ Rabbiner, ihre Zustimmung. Zu diesem Bunde, dessen Mittelpunkt Berlin ist, gehörten am \. April ^889 399 Gemeinden. Sein vermögen beträgt über ^2000 M. Die Berliner Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums wurde im letzten Schuljahr von 26 Hörern besucht. — Der Verein israelitischer Lehrer Rheinlands und Westfalens besitzt ein vermögen von 68000 M. Er hielt im Juni *889 seine 3H. Jahresversammlung ab. — Am \% Oktober fand in Frankfurt a. M. die 7. Generalversammlung der „Achawa" statt. Dieser Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer, Lehrerwitwen und -Waisen wirkt nunmehr ein viertel Jahrhundert lang. Außer 239 Lehrern umfaßt er 840 Ehrenmitglieder. Sein vermögen besteht aus *60000 M. — Auch in der Hauptsynagoge zu Leipzig wurde ein Jugendgottesdienst eingerichtet. Die *059 steuerpflichtigen Mitglieder der dortigen israelitischen Gemeinde zahlten über 33000 M. Kultussteuer. Die „Antisemitische Vereinigung" hat 1886—88 von Leipzig aus 60000 „Brennende Fragen", 45000 antisemitische Kalender, 7000 antisemitische Kalender und gegen X1/* Millionen verschiedene Flugblätter verbreitet. — Der Antisemit Dr. Förster ist als Selbstmörder gestorben. — Eine gegen die Antisemiten gerichtete Petition an die Regierung wurde im Königreich Sachsen mit mehr als 2000 Unterschriften bedeckt. — In Würzburg wurde im August v. I. das 25jährige Bestehen der israelitischen Lehrerbildungsanstalt gefeiert.— Der israelitische Oberrat in Baden forderte die Synagogenräte zu gemeinsamer Förderung von Handwerk und Gewerbe unter den Israeliten des Großherzogtums auf. — Zur Bekämpfung des Antisemitismus begründete der christliche Advokat Dr. Karl von Kißling in Linz an der Donau in Verbindung mit dem emeritierten Professor des Kirchenrechts Dr. Josef Schöpf in Salzburg eine Zeitschrift. — Am 29. Juli erschienen 26 Rabbiner an der Spitze von 2000 jüdischen Wallfahrern, lauter Lhasidim, am Grabe des Wunderrabbiners Moses Teitelbaum in S. A. Ujhely, um auf demselben Bittgesuche in hebräischer Sprache niederzulegen. Diese Wallfahrt wiederholt sich

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