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Dibre Emeth · 1890-01-01 · 1 (1890) · page 6

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Journal
Dibre Emeth
Volume
46 (1890)
Issue
1 (1890)
Date
1890-01-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 gekreuzigt hast, stehe auf und wandle!" Welcher Evangelische wollte in diesen Ausruf nicht miteinstimmen? Was haben wir an der Hibel, namentlich dem Ueuen Gestammt? In Nr. 2 des vorigen Jahrgangs der „Dibre Lmeth" wurde ein vierseitiges Flugblatt angezeigt, welches in Aussprüchen verschiedenartiger Männer 22 Antworten auf die obige Frage giebt. Das Blatt ist durch den Herausgeber dieser Zeitschrift zu beziehen. s00 Exemplare kosten \ Mark, weitere Beiträge zur Würdigung der heiligen Schrift entnehmen wir der bei Friedr. pfeilstücker in Berlin erschienenen Broschüre: „Die besten Bücher aller Zeiten und Literaturen". Arthur Fitger, Maler und Dichter in Bremen, erklärt u. a. das \. und 2. Buch Moses, Hiob, Psalter, Prediger, Propheten, Evangelien und Offenbarung Johannis für diejenigen Bücher, welche ihm „die liebste Lektüre ihrer künstlerischen Form nach" sind. Der Geschichtschreiber Wilhelm v. Giesebrecht in München nennt an erster Stelle die Bibel unter den Büchern, welchen er „den größten und nachhaltigsten Einfluß" auf seine geistige Entwicklung beimessen müsse. Der Kultusminister v. Goßler sagt: „Lin Bibelwort, vielleicht zum hundertsten Male, aber im rechten Augenblicke gelesen, wirkt gewaltiger auf Geist, Gemüt und willen ein, als es vordem geahnt war". Der Philosoph Eduard v. Hartmann rechnet das Alte und das Neue Testament zu den Büchern, welche jeder besitzen muß, der „eine lateinlose höhere Bürgerschule mit der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienste besucht habe." Der (jüdische) Sprachforscher Daniel Sanders in Strelitz schreibt: „Die Bibel als die Grundlage des Volks —, die alten Klassiker als die Grundlage der höheren Bildung: wie wenige kennen sie doch gründlich, d. h. anders als aus einer dunkeln Erinnerung von ihrer Schulzeit her! wie wenige ahnen daher auch nur, welche reiche Schätze für die Bildung des Geistes, des Gemütes und des Geschmackes hier aufgespeichert liegen und für die allgemeine deutsche Bildung nutzbar gemacht werden können!" Die schottische Judenmisstorr in Budapest feierte am 23. November ^889 ihr öojähriges Bestehen. Jm Saal der ihr gehörigen Schule fand sich aus diesem Anlaß eine zahlreiche, zum teil vornehme Versammlung ein. Der reformierte Bischof Szüß rühmte in seiner Eröffnungsansprache, daß die Mission ihre drei Aufgaben: durch predigten zu erbauen, durch Schulunterricht zu veredeln, durch Krankenpflege die Schmerzen zu lindern, glänzend gelöst habe. Namentlich legen die 500 Zöglinge der'.Missionsschule ein beredtes Zeugnis von dem Eifer der Missionare ab. Pastor Moody sprach.hierauf über die Geschichte des Werkes. 4339 wurden vier schottische Prediger nach Palästina entsandt, hier hatte einer von ihnen, Dr. Keith, das.Mißgeschick, von einem Kamel zu fallen, und trat deshalb in Begleitung eines Reisegenossen den Rückweg an. Die beiden nahmen ihren weg der Donau entlang und kamen auch nach Pest, wo sie länger, als beabsichtigt war, verweilen mußten.' Dr. Keith wurde nämlich von einem plötzlichen schweren Unwohlsein befallen, und trotz aller ärztlichen Bemühungen war es rächt möglich, seine Genesung herbeizuführen. Lange Zeit lag er bewußtlos. Man traf bereits Vorbereitungen zu seiner Bestattung. In der Pester Gesellschaft, wo ein Engländer oder Schotte damals noch zu den größten

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