Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 46 (1890)
- Issue
- 1 (1890)
- Date
- 1890-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 erfunden ist, der seine Widersacher getrost fragen kann: „welcher untersuch kann mich einer Sünde zeihen?" Darum hat er nicht nötig, zuerst für die eigene Sünde Opfer zu thun, sondern sein ganzes Opfer gilt allein dem Volke. Und es ist ein heiliges Opfer. Denn während die Vpfertiere des alten Bundes ohne ihren willen zum Altar geschleppt werden, giebt Jesus Christus freiwillig sich dahin in der Sünder Hände. Niemand nimmt sein Leben von ihm, sondern er läßt es von sich selber. Und darum nimmt Gott der HLrr das Opfer in Gnaden an und bezeugt solches durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, sodaß nun nicht not ist, alljährlich mit Opfern wieder zu kommen. Denn wie wollte Israel auch solches machen? Der Tempel liegt in Trümmern. Aarons Priestertum ist dahin und das Volk des HLrrn zerstreut durch alle Lande. Ohne Tempel, ohne Priestertum, ohne Opfer geht Israel dahin, fern von seinem Gott. Der HLrr aber wird es wieder sammeln aus allen Völkern, dahin er es verstoßen hat. Darum hat er, gleichwie Mose in der Wüste einst eine Schlange erhöhte, damit alle von den Schlangen Gebissenen im Anschauen des Schlangenbildes Genesung fänden,, den Mann am Rreuze erhöht, damit alle, die ihn ansehen und anlaufen, nicht zu Schanden werden, sondern: das Leben Haben in seinem Namen. Und wenn wir mühselig und beladen, von unserer Sünde im Gewissen geängstigt und wie von feurigen Schlangen gebissen, gläubig zu ihm aufschauen, dann dürfen wir mit den Worten unseres- Textes sagen: „An diesem Tage geschiehst unsere Versöhnung." Und so ist Christus das ein für allemal und ewig gültige Opfer für Israels und aller Welt Sünden, wie denn im Augenblick seines- Todes der Vorhang im Tempel zerriß und alle Welt hineinschauen konnte in das Heiligtum. Und wenn Israel auch noch eine Zeitlang den Dpferdienst fortsetzte: doch war das Alte abgethan und die Weissagung erfüllt und die Sünde zugesiegelt und die ewige Gerechtigkeit gebracht und der Allerheiligste gesalbt. Gott hat Iesum erhöhet, und nun geht durch alle Lande, und nun geht auch an Luch, Ihr Rinder Israels, die gnadenreiche und tröstliche Botschaft: „Lasset Luch versöhnen mit Gott!" Das ist denn das rechte Versöhnungsfest, dessen Frucht und Segen wir alle Tage genießen sollen, und dessen Rraft und Wirkung sich erstreckt durch alle Ewigkeit, da dann auch Israel seinem Hohenpriester und Rönig entgegenjauchzt: „hosianna dem Sohne Davids! Gelobet sei, der da kommt im Namen des HLrrn!" Amen. __ Pastor Schubart-Breslau. 1789—1889. Am 23. August ^789 hielt der Präsident der nach Versailles einberufenen französischen Nationalversammlung, Rabaut St. Ltienne, der Sohn des berühmten Hugenottenpredigers Paul Rabaut, eine Rede über die Herstellung der Rechtsgleichheit für alle Bürger, in welcher er dieselbe wie für seine eigenen Glaubensgenossen so auch für die Juden verlangte. Mit Bezug auf die letzteren sagte er: „Ich fordere sie (die Gleichheit) für dies aus Asien herausgerissene Volk, welches