Dibre Emeth
- Journal
- Dibre Emeth
- Volume
- 45 (1889)
- Issue
- 12 (1889)
- Date
- 1889-01-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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93 Er liegt in dem Schoße göttlichen Erbarmens, in der Menschwerdung, in der Eingabe und in der Verherrlichung des Sohnes Gottes. Da bedarf er eines Gefäßes, das er in diese Tiefen hinabläßt, um aus dem Lebensquell zu schöpfen und diesen frischen Trunk seiner Seele zuzuführen. Dieses Gefäß aber ist der Glaube, aber merke wohl: Nicht der Glaube, den die Menschen mit ihren eigenen Sinnen und aus ihren eigenen Fündlein sich zurechtlegen, sondern der Glaube, der aus dem Morte Gottes in sein Herz hineinwächst, der unter dem Gnadenwalten des heiligen Geistes. zustandekommt und der Thristum als seine Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung ergreift. Darum sagt ber Heiland: „Und trinke, wer an mich glaubt!" Darum prüfe bich, ob dein Glaube solch ein Glaube ist. Mo nicht, so bitte, bitte mit heiliger Inbrunst: „HLrr wecke, HErr belebe und stärke meinen Glauben!" Dann wird auch der Segen der Verheißung auf dir ruhen, wenn er spricht: „von seinem Leibe, d. i. von seiner Persönlichkeit, werden Ströme des lebendigen Massers fließen." Ja, er wird dir dann seinen Geist schenken, der dich immer tiefer in seine Wahrheit und in das Verständnis derselben einführt. Er wird dir dann mit seinem Gruß in der liebreichsten Weise entgegentreten: „Friede sei mit dir! Meinen Frieden lasse ich dir, meinen Frieden gebe ich dir." Das ist der Friede, der unsere Kerzen und Sinne in ihm zum ewigen Leben bewahrt. Er wird dir dann nicht nur die Gnade der Rechtfertigung schenken, sondern dich immer mehr gerecht machen kraft seiner Verheißung: „Selig sind, die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden." Er wird dich immer mehr -einführen in die Freiheit der Kinder Gottes; denn der HErr ist der Geist, wo aber der Geist des HLrrn ist, da ist Freiheit. Er wird dich mit dem Triebe und der Kraft seines Geistes ausrüsten, so daß »du bei der Lösung deiner Lebensaufgaben, bei der Erfüllung deiner Berufspflichten, im Kampfe wider Welt und Sünde und im Streben mach der Heiligung des Sinnes und Wandels nicht ermattest, sondern zum fröhlichen Siege hindurchdringst. Ja, er wird dann deine Hoffnung sein in dunkeln Zeiten, bei ernsten Prüfungen und selbst im letzten Kampfesstündlein. Wenn du dann die reichen Segnungen überschaust die als lebendige Ströme den inneren Menschen erquickten und ihn befruchteten, -— dann kannst du gar nicht anders, du mußt dich L>em treuen Heiland in seine Gnadenarme werfen und bekennen: „HErr Jesu, ich bin dein und du bist mein, ich will keines andern sein." Amen. f Pastor prim. A. Weiß-Breslau. Kirchliche Fürbitten für Israel. In der neuen Agende für die evang.-luth. Kirche in Bayern (Ansbach, *879) werden Teil I, 5. 420 f. drei Kollekten für Misstonsfeste mitgeteilt. Schon die erste ist ganz allgemein gehalten und bezieht sich auf die Verkündigung des Heils vor „allem Volke, das im Dunkeln wohnt." In der zweiten und dritten wird Israel mit Namen erwähnt. Sie lauten: